Am Aschermittwoch geht es los!

Jeden Tag in der Fastenzeit gibt es hier die Angaben der Schriftstellen aus der Liturgie, einen geistlichen Impuls und einen weiteren Text!
Die Fastenzeit war in der frühen Kirche die Zeit, in der sich die Taufbewerber auf ihre Taufe an Ostern vorbereiteten – die Schriftlesungen der Liturgie boten ihnen einen Grundkurs im Glauben.
Machen wir uns auf den Weg nach Ostern.
Lesen Sie dazu auch: wie umgehen mit den Impulsen?

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Ein Tropfen genügt……

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(c) Wilfried Schumacher

2.2. Fest der Darstellung des Herrn – Maria Lichtmess

Tageslesungen
Mal 3, 1–4 | Hebr 2, 11–12.13c–18 | Lk 2, 22–32
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel. (Lk 2,30 – 32)

Video 2017

Wie wäre es mit einer Auszeit im Heiligen Land im Mai 2020?
begleiten Sie mich eine Woche ins Heilige Land – in einer kleinen Gruppe. Es sind noch einige Plätze frei. Nähe Informationen und Anmeldung HIER

(c) Wilfried Schumacher

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Noch 35 Tage bis Aschermittwoch!

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(c) Wilfried Schumacher

2.Sonntag im Jahreskreis: Jesus zum Vorschein bringen

Tageslesungen
Jes 49, 3.5-6 | 1 Kor 1, 1-3 | Joh 1, 20-34
Doch dass er in Israel zum Vorschein komme – darum bin ich gekommen. (Joh 1, 31)

Eines der bedeutendsten Gemälde, das Johannes, den Täufer zeigt, ist das Kreuzigungsbild des Isenheimer Altars im Museum Unterlinden in Colmar im Elsass. Da sieht man den Täufer unter dem Kreuz. Er streckt seinen Arm aus, der Zeigefinger ist überlang und weist hin auf den Gekreuzigten. (siehe auch das Kopfbild dieser Seite!) Allerdings: heute würde man sagen, das Bild ist ein „Fake“, denn der Täufer war zur Zeit der Kreuzigung Jesu nachweislich schon tot.

Was Matthis Grünewald sich da in künstlerischer Freiheit erlaubt hat, ist wie eine Illustration unseres heutigen Evangeliums aus dem ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums.  Es erzählt die erste Geschichte von Jesu öffentlichem Auftreten in diesem Evangelium. Wir haben Worte gehört, die uns bekannt vorkommen: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ oder das Bild vom Geist, der vom Himmel herabkam wie eine Taube oder das abschließende Bekenntnis „Dieser ist der Sohn Gottes“. Eine Menge Theologie in wenigen Sätzen.

Ich bin an einem ganz anderen Satz hängen geblieben, der uns vielleicht hilft, einen Zugang zu dem Text zu finden. Da hörten wir eben aus dem Mund des Täufers Johannes: „Ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird“. „Offenbart wird“ – das ist schon wieder eine theologische Sprache, die die meisten von uns nicht sprechen.

In der alten Einheitsübersetzung hieß es: „um Israel mit ihm bekanntzumachen“. Vielleicht etwas flach und unverbindlich. Da gefällt mir die Übersetzung besser, die ich bei Fridolin Stier gefunden habe: „Doch dass er in Israel zum Vorschein komme – darum bin ich gekommen.

Einen anderen zum Vorschein kommen lassen. Vielleicht können Eltern, Erzieher, Ausbilder den Satz am ehesten nachvollziehen. Wer einen Menschen erzieht, muss das Neue und Eigenständige in seinem Leben entdecken, anerkennen und so zum Vorschein bringen. Nur so werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten des anderen geweckt.

Den anderen zum Vorschein kommen lassen: das ist auch ein Satz für Menschen, die als Partner miteinander leben. Es miteinander in Treue auszuhalten heißt ja nicht, eine Beziehung einzufrieren. Nach dem Motto: „So wie ich dich jetzt sehe und liebe, so wirst und musst du bleiben.“ Treue zueinander schließt das Versprechen ein, den anderen immer mehr zum Vorschein kommen zu lassen.

Jesus zum Vorschein kommen lassen: das ist die Berufsbeschreibung des Täufers Johannes. Wundervoll illustriert auf dem Gemälde des Isenheimer Altars mit dem ausgestreckten Zeigefinger und im Neuen Testament nachzulesen, etwa wenn Johannes seine Schüler auffordert, nicht mehr ihm sondern Jesus nachzugehen.

Jesus zum Vorschein kommen lassen – das Wort steht nach der Weihnachtszeit am Beginn des Jahres: könnte dies nicht eine Aufgabenbeschreibung für jeden einzelnen Christen/Christin sein?

Von der Hl. Edith Stein stammt das Wort: Du sollst sein wie ein Fenster, durch das Gottes Liebe in die Welt hineinleuchten will. Die Scheibe darf nicht stumpf und schmutzig sein. Sonst verhinderst du das Leuchten Gottes in der Welt.

Jesus zum Vorschein bringen, das Leuchten Gottes in der Welt zu ermöglichen – in unserem Reden und Tun, in der Art und Weise, wie wir geschäftlich und politisch handeln, wie wir in der Familie miteinander umgehen, wie wir uns in den sozialen Netzwerken äußern.

Dann würde unser Leben gleichsam zu einem ausgetreckten Arm und einem überlangen Zeigefinger: Seht, da ist der Sohn Gottes! Da gelingt nicht immer, auch im Leben des Täufers gab es Zweifel. Aber wir können uns darin üben. Jeden Tag, indem wir uns auch kritisch fragen: ist es mir heute gelungen, Jesus zum Vorschein zur bringen, das Leuchten Gottes in der Welt zu ermöglichen. Ärgern Sie sich nicht, wenn es wieder einmal schief gegangen ist, sondern freuen Sie sich über alle Stunden, in denen es Ihnen gelungen ist.

(c) Wilfried Schumacher

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Fest der Taufe Jesu: Von Gott geliebt!

Tageslesungen
Jes 42, 5a.1-4.6-7 | Apg 10, 34-38 | Mt 3, 13-17

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. (Mt 3,13)

Weihnachten ist vorbei. Die Könige sind heimgezogen, Herodes ist gestorben, die Hirten kennen die Ereignisse nur mehr von den Erzählungen der Alten, Maria und Josef haben sich mittlerweile in Nazareth niedergelassen und führen dort ein rechtschaffenes Leben. Heute begegnet uns der erwachsene Jesus in der Liturgie.

Auch wir haben uns wieder dem Alltag zugewandt: Arbeit, Arztbesuche, Geschäftliches, ein neues Kalenderjahr hat begonnen. – Die Karnevalisten haben schon ihr Prinzenpaar oder Dreigestirn proklamiert. Was bleibt von Weihnachten? Was nehmen wir mit?

Das heutige Fest der Taufe des Herrn ist wie eine Zusammenfassung der letzten Wochen, ein großer Schlussakkord und zugleich wie eine Ouvertüre:

(c) Wilfried Schumacher

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Berührt im Traum

Tageslesungen am 6.Januar Fest der Erscheinung des Herrn
Jes 60, 1-6 | Eph 3, 2-3a. 5-6 | Mt 2, 1 – 12

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigtem ihm. (Mt 2,11a)

Das Kapitell von Meister Gislebertus aus der Kathedrale von Autun gehört zu den bekanntesten Darstellungen in der christlichen Kunst. Ein Engel berührt den schlafenden König im Traum und bringt ihm eine wichtige Botschaft, wie der Evangelist Matthäus schreibt: Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.(Mt 2,12)

Die Bibel kennt viele Traumgeschichten. Hiob sagt: Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, da öffnet er der Menschen Ohr. (Hiob 33,15.16) Wir wissen von Traumdeutern, die die Bilder der Nacht zum Sprechen bringen: Daniel (Daniel 2) etwa oder Josef von Ägypten (Gen 41).

In den Weihnachtgeschichten finden wir gleich drei Träume: zwei Mal erhält Josef eine Weisung Gottes und dann die Weisen aus dem Morgenland, die in der Tradition schnell zu Königen geworden sind. Drei Träume, die entscheidend sind für die Heilgeschichte.

Wovon träumen wir? Manche Träume sind so schön, dass man am liebsten nicht mehr erwachen möchte. Andere Träume sind Albträume, die uns schweißgebadet erwachen lassen. Haben Sie auch schon mal von Gott geträumt?

Auf dem Kapitell von Autun berührt der Engel fast schon zärtlich den König und bringt ihm die Botschaft, die ihn schnell hellwach werden lässt. Eine Botschaft Gottes, denn die andere Hand zeigt zum Stern am Himmel, der die Männer bisher geführt hat.

Haben Sie schon einmal von Gott geträumt – vielleicht nicht so direkt, aber so, dass Ihnen klar war, was zu tun war? Es braucht wohl die Ruhe der Nacht, um sich von Gott im Traum in den Abläufen des Alltags stören zu lassen.

Im Traum berührt uns Gott mit großer Zärtlichkeit und wir haben die Wahl zu handeln – wie Josef und die Weisen aus dem Morgenland.

(c) Wilfried Schumacher

„Lust auf Leben“ – zum Jahreswechsel 2019/2020

Wer zurückdenkt am Jahreswechsel, dem drängen sich oft die negative Dinge auf: Misserfolge, Verwundungen, Katastrophen schreiben sich oft tiefer in die Seele, als die guten Erinnerungen, die wir mühsam hervorkramen müssen.

So ist das Jahresende in den Medien, aber auch in unseren ganz persönlichen Gedanken, oft geprägt von den schlechten Schlagzeilen. Es gilt in diesen letzten Stunden zu fragen, wie gehe ich ins Neue Jahr, was ist im Gepäck meines Lebens in den vergangenen 12 Monaten hinzugekommen, welche Last, aber auch vor allem welcher Proviant, von dem ich leben kann?

Die Antwort kann uns niemand abnehmen, jeder muss sie sich selbst geben. Manche drücken sich davor, lassen sie untergehen im Krachen der Böllern, ertränken sie in Sektkelchen oder lassen sie am Himmel wie Feuerwerk zerplatzen.

Heute morgen kam mir ein Liedtext der kölschen Band „Die Höhner“, in den Sinn – er ist schon über 20 Jahre alt. Die Gruppe, die viele aus dem Karneval kennen, schreiben auch Balladen schreibt, die aufhorchen lassen. So auch dieser Text:
Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust,
Lust auf Bratkartoffeln und nen fetten Kuss,
Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Doll,
Lust mein Maul nicht zu halten, wenn ich soll,
Lust auf dicke rote Grütze und auf jede kleine Pfütze.
Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust.

Das Video und den ganzen Text finden Sie am Ende dieses Blogs

Der Liedtext verbindet viele Schicksale: denn Lust auf Leben – das ist eine geheimnisvolle Kraft, die Menschen am Leben erhält:

  • Der Kranke, der Lust am Leben hat, geht sein Leid ganz anders an, als der, der sich aufgegeben hat.
  • Wer sich eingezwängt, gefesselt fühlt, spürt eine unbändige Lust am Leben, die so stark ist, dass er in die Lage ist, die Fesseln zu sprengen bzw. alles daran zu setzen, dass sie gelöst werden.
  • Wer eine Katastrophe erlebt, wie sie in diesem Jahr zu der einen oder anderen Biografie gehört haben, kann nur durch die Lust am Leben Energie freisetzen, die ihn nicht in den Fluten der eigenen Tränen untergehen lassen.

Und das Gegenteil ist uns auch klar: ohne Lust am Leben stirbt der Menschen bei lebendigem Leibe. Es gibt Situationen, in denen es lange dauert, bis die Lust am Leben wieder geweckt wird. Das wissen alle diejenigen, die eine solche Erfahrung durchgemacht haben. In der Ballade beschreiben es die Höhner in einer Strophe: „Frisst nur alles in sich rein, und ist auf einmal ganz allein. Einsamkeit ist Marterpfahl, man lebt doch nur das eine Mal“

Die Lust auf Leben kann man nicht machen, nicht herbeirufen, sie wächst in uns heran – nicht zuletzt als Echo auf die Liebe der anderen, die Anerkennung und Wertschätzung, die wir erfahren. Wer erlebt, dass er nicht allein lebt, in dem kann die Lust auf Leben eher Wurzel schlagen.

Im Alten Testament stellt Gott den Menschen vor die Alternative: „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. (Dtn 30,19) „Wähle das Leben!“ Ist es vermessen, zu übersetzen: Hab’ Lust am Leben! Jesus sagt seinen Zuhörern: „ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,10) Auch hier wage ich, frei zu formulieren: Ich will dass sie Lust auf Leben haben?

Ich bin gewiss, dass ich es darf, denn ich kenne besonders im Alten Testament viele Psalmentexte, in denen Menschen vom Gegenteil berichten, in denen sie klagen und bei Gott das Leben einklagen.Wenn es um Lust am Leben geht, dann ist Gott die richtige Adresse. Er hatte eine solche Lust auf menschliches Leben, dass er selbst Mensch wurde.

So lade ich Sie ein, zurückzuschauen auf die Stunden des vergangene Jahres, besonders auf jene, in denen Sie Lust auf Leben hatten.Ich hoffe, es sind so viele, dass die Lust auf Leben auch den Schritt ins Neue Jahr bestimmt.

In der Ballade der Höhner heißt es einer Strophe: Wenn du niemals an wat Neuem leckst, wirst du niemals wissen, wie dat schmeckt“.

Das wünsche ich Ihnen für das Neue Jahr – das es vieles Neues gibt, das gut schmeckt und in Ihnen immer neu die Lust am Leben weckt.

Foto im Text: Radka Schöne  / pixelio.de

Apropos „neues Jahr“ – wenn Sie Lust haben, mich auf einer Reise zu begleiten, dann schauen Sie doch mal auf meine Seite: miteinanderreisen.blog

Und zum Schluß „endlich“ das Video der Höhner aus dem Jahre 1996. Den gesamten Text finden Sie im Kommentar.

27.12.2020 Rückblick auf einen gemeinsamen Weg

Miteinander sind wir durch den Advent gegangen.
Ich hoffe, ein paar Gedanken, Bilder, Musikstücke haben Sie angesprochen und Ihnen geholfen bei der geistlichen Vorbereitung auf das Fest.
Es hat mich gefreut, miteinander unterwegs gewesen zu sein – auch wenn es nur virtuell über dieses Medium war.

Vielleicht bleiben Sie diesem Blog treu. Es wird immer wieder ein „WortzumTag“ geben – nicht jeden Tag wie in der Adventszeit.
Gerne weise ich Sie auch hin auf die Seite miteinanderreisen.blog – dort finden Sie die Reisen, die ich übers Jahr begleite in Deutschland, Europa und nach Israel.

Sie haben wahrscheinlich gemerkt, dass mir die Menschen im Heiligen Land besonders am Herzen liegen. Die Christen dort haben unsere Unterstützung verdient. Auf der Seite bonn-hilft-bethlehem sind alle Informationen zusammengetragen. Über meine Webseite www.wilfried-schumacher.de können Sie mit mir in Kontakt treten.

Für heute verabschiede ich mich von Ihnen. Ein letztes Musikstück habe ich noch für Sie: den Schlußchoral des Weihnachtsoratoriums von J.S.Bach. Er endet mit den Worten „Bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht.“ Ein Wort das tröstet und Mut macht. Bleiben Sie gesegnet.
Ihr Wilfried Schumacher

(c) Wilfried Schumacher