11.1.2021 Rückblick auf einen gemeinsamen Weg

Miteinander sind wir durch den Advent und die Weihnachtszeit gegangen.
Ich hoffe, ein paar Gedanken, Bilder, Musikstücke haben Sie angesprochen und Ihnen geholfen bei der geistlichen Vorbereitung auf das Fest.
Es hat mich gefreut, miteinander unterwegs gewesen zu sein – auch wenn es nur virtuell über dieses Medium war. Selbstverständlich können Sie sich an den Kosten des Blogs beteiligen.

Vielleicht bleiben Sie diesem Blog treu. Es wird immer wieder ein „WortzumTag“ geben – nicht jeden Tag wie in der Adventszeit. Wenn Sie den Blog abonniert haben, erhalten Sie immer eine Mail als Hinweis auf eine Veröffentlichung.
Gerne weise ich Sie auch hin auf die Seite miteinanderreisen.blog – dort finden Sie die Reisen, die ich wieder begleiten werde in Deutschland, Europa und Israel, wenn die Pandemie vorüber ist..

Sie haben wahrscheinlich gemerkt, dass mir die Menschen im Heiligen Land besonders am Herzen liegen. Die Christen dort haben unsere Unterstützung verdient. Auf der Seite bonn-hilft-bethlehem sind alle Informationen zusammengetragen. Über meine Webseite www.wilfried-schumacher.de können Sie mit mir in Kontakt treten.

Mein neueste Projekte sind das Netzwerk „lukas19“ mit einem sonntäglichen Video-Konferenz-Gottesdienst und das digitale Café Neugier. Auf der Seite www.lukas19.de erfahren Sie mehr.

Für heute verabschiede ich mich von Ihnen. Ein letztes Musikstück habe ich noch für Sie: ein Gesang aus Taizé. Er endet mit den Worten „Du weißt den Weg für mich!“ Ein Wort Dietrich Bonhoeffers, das tröstet und Mut macht. Bleiben Sie gesegnet.
Ihr Wilfried Schumacher

(c) Wilfried Schumacher

10.Januar: Fest der Taufe Jesu

Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn

Mk 1,11

Bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht.
„Schlußwort“ des Weihnachtsoratoriums von J.S.Bach

In der St.Laurentius-Pfarrkirche in Ahrweiler gibt es eine Malerei der Taufe Jesu. Jesus steht in der Ahr – hinter ihm die Kulisse der Stadt mit ihren Stadttoren. Für den mittelalterlichen Künstler war klar: das ist keine Geschichte von anno dazumal; das, was wir heute feiern, ist Gegenwart.

Jesus taucht auf und der Himmel öffnet sich – wie an Weihnachten auf den Feldern Bethlehems. Himmel und Erde sind nicht mehr unendlich weit von einander entfernt und Gegensätze, sondern sie rücken zusammen. Der Geist Gottes ist am Werk und schafft Neues zwischen Menschen und Gott. Eine Stimme vom Himmel berichtet uns von dem innigen, ja intimen Verhältnis zwischen Gott und diesem Jesus: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ 
Was dort am Jordan geschehen ist, ereignet sich in jeder Taufe: Wir werden zu Kindern Gottes, zu „Erben Gottes, Miterben Christi“ (Röm 8,17) Wir sind geliebte Kinder Gottes, geliebte Söhne und Töchter.
Zu einem Zeitpunkt, da wir nicht vorweisen konnten: Weder außerordentliche Schönheit, weder Majestät noch Intelligenz, zu einem Zeitpunkt, da wir hilflos angewiesen waren auf andere, ist auch für uns der Himmel aufgegangen.
Wer getauft ist, hat nicht nur die Erde, das Diesseits im Blick – wer getauft ist, lebt mit der Option für den Himmel und er darf diese einbeziehen in jedem Augenblick seines Lebens.
Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter, so wie Du bist! Das ist der „cantus firmus“, der unser ganzes Leben durchzieht vom Augenblick der Taufe an. Wenn das doch in unseren Kopf – in unser Herz ginge!
Bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht! – Mit diesen Worten endet Bachs Weihnachtsoratorium. Gleichzeitig markieren sie den Anfang einer neuen Geschichte Gottes mit uns Menschen!
Das Fest heute, die Erinnerung an die Taufe Jesu, schließt den Weihnachtsfestkreis ab. Es zeigt uns, was durch die Menschwerdung Gottes in unserem Leben anders geworden ist, welches Vertrauen Gott in den Menschen steckt, was Gott uns zutraut.

Schlußchoral des Weihnachtsoraoriums von J.S.Bach

(c) Wilfried Schumacher

9.Januar

Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.
1 Joh 4,12

Den wahren Geschmack des Wassers erkennt man erst in der Wüste.
jüdisches Sprichwort

In diesen Monaten und Wochen der Pandemie mit ihren Beschränkungen müssen wir auf Vieles verzichten. Hat uns die „Wüste“ dieser Zeit erkennen alles, wie der wahre Geschmack dessen ist, was uns zur Zeit fehlt?

(c) Wilfried Schumacher

7.Januar


Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.
Mt 2,12

Wenn man Jesus gesehen hat, muss man auf einem anderen Weg heimgehen; auf dem Weg der Bekehrung nicht auf dem Weg der Vergangenheit.
Charles de Foucauld

Bin ich Jesus in diesen weihnachtlichen Tagen begegnet? Ändert sich mein Weg jetzt, so wie sich der Wege der Weisen aus dem Morgenland verändert hat? Fragen am Tag danach.

Heimfahrt der Dreikönige – Rostocker Dreikönigsaltar

(c) Wilfried Schumacher

6.Januar Fest der Erscheinung des Herrn

Wir haben seinen Stern aufgehen sehen
und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

Mt 2,2

Alles beginnt mit der Sehnsucht.
Nelly Sachs

Kapitell (Meister Gislebertus ?) – Kathedrale Autun

„Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“ sagen die Weisen aus dem Morgenland dem König Herodes – mehr verraten sie uns nicht über diesen Stern und haben damit ganze Generationen von Sterndeutern in Atem gehalten, die immer noch versuchen, nachzuweisen, daß damals in jenen Jahren ein besonderer Stern sich gezeigt habe, der Halleysche Komet, oder ein besonders helle Kombination von Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische – damit ist unsere ach so wissenschaftsgläubige Welt dann zufrieden.
Der Stern hat die Menschen immer schon fasziniert. Was veranlasst Menschen eigentlich, einem Stern zu folgen? Aufzubrechen – ohne Ziel? Fortzugehen, ohne zu wissen, wie lange?
Man wird sich wundlaufen an der Antwort, wenn man nicht gleichzeitig von der Sehnsucht des Menschen spricht. Jeder von uns trägt eine Sehnsucht im Herzen, die ihn suchen lässt, nicht nur einen Moment, sondern vielleicht ein ganzes Leben lang. Eine Sehnsucht, die Kraft gibt, nicht nachzulassen bei der Suche. Sie kann ganz unterschied-lich ausschauen, aber immer gleicht sie einem Stern, der einen aufbrechen lässt.
Von Exupéry stammt das Wort: „Wenn du ein Schiff bauen willst, suche nicht Holz und Handwerker, sondern suche Männer, die die Sehnsucht nach dem weiten Meer im Herzen tragen.“ Die Sehnsucht ist der Motor, der mich beginnen lässt.
Das heutige Fest fragt nach als Erstes nach unserer Sehnsucht? Nach dem Stern in unserem Leben.

Die „Sternsinger“ können dieses Jahr nicht in die Häuser kommen. Sie wollen Ihnen aber einen digitalen Besuch abstatten. Ein Klick genügt und Sie öffnen ihnen die Tür. Vergessen Sie bitte nicht die Spende.

(c) Wilfried Schumacher

2.1.2021 Samstag in der Weihnachtszeit


Seine Verheißung an uns ist das ewige Leben.
1 Joh 2,25

Geht in euren Tag hinaus ohne vorgefasste Ideen,
ohne die Erwartung von Müdigkeit,
ohne Plan von Gott,

ohne Bescheidwissen über ihn,
ohne Enthusiasmus
ohne Bibliothek –
geht so auf die Begegnung mit ihm zu.
Brecht auf ohne Landkarte –
und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist,
und nicht erst am Ziel.
Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden,
sondern lasst euch von ihm finden
in der Armut eines banalen Lebens.

Madeleine Delbrêl

Heute beginnt der Alltag wieder: der Weg in die Banalitäten des Lebens. Madeleine Delbrêl gibt uns eine zuversichtliche Anleitung.

bike parked on sidewalk near road
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(c) Wilfried Schumacher