Noch 40 Tage bis zum Nikolaus-Tag

Die Zeit eilt dahin: in gut vier Wochen ist schon der erste Advent. „wortzumtag“ wird Sie wieder in gewohnter Weise durch die Advent- und Weihnachtszeit begleiten. In 40 Tagen ist der Nikolaus-Tag. Beim Benno-Verlag habe ich eine tolle Aktion gefunden, auf die ich Sie gerne aufmerksam mache:

Der Benno-Verlag bietet den „echten Nikolaus“ aus Fair-Trade-Schokolade im Bischofsgewand zum Kauf an: im ViererSet oder im ZwölferSet.

Mit dem „echten Nikolaus“, im Bischofsgewand – und nicht im Weihnachtsmann-Kostüm – können Sie Kindern und Erwachsenen manches zu dem beliebten Heiligen erzählen. (hier gibt es viele Anregungen zur Festgestaltung) Und: er schmeckt auch noch gut!

Das Tolle in diesem Jahr ist: in jeder Nikolaus-Schachtel steckt ein Goldenes Ticket und damit die Chance, einen Verein oder ein Projekt Ihrer Wahl mit € 500.- zu beschenken. HIER finden Sie eine Anleitung, wie Sie unsere Projekte fördern können. Ausdrucken und zum Nikolaus dazu legen.
Machen Sie doch Ihren Lieben und anderen eine Freude mit diesem Nikolaus.

Foto: (c) Benno-Verlag

halte mich!

Schreien will ich zu dir, Gott, mit verwundeter Seele,
doch meine Worte gefrieren mir auf der Zunge.
Es ist kalt in mir, wie gestorben sind alle Gefühle,
starr blicken meine Augen auf meine zerbrochene Welt.


Der Bach, den ich von Kind an liebte,
sein plätscherndes Rauschen war wie Musik,
zum todbringenden Ungeheuer wurde er,
seine gefräßigen Fluten verschlangen ohne Erbarmen.
Alles wurde mir genommen. Alles!

Weggespült das, was ich mein Leben nannte.
Mir blieb nur das Hemd nasskalt am Körper,
ohne Schuhe kauerte ich auf dem Dach.
Stundenlang schrie ich um Hilfe,
um mich herum die reißenden Wasser.
Wo warst du Gott, Ewiger,
hast du uns endgültig verlassen?
Baust du längst an einer neuen Erde,
irgendwo fern in deinen unendlichen Weiten?

Mit tödlichem Tempo füllten schlammige Wasser die Häuser,
grausig ertranken Menschen in ihren eigenen Zimmern.
Ist dir das alles völlig egal, Unbegreiflicher?
Du bist doch allmächtig, dein Fingerschnippen hätte genügt.

Die Eifernden, die dich zu kennen glauben, sagen,
eine Lektion hättest du uns erteilen wollen, eine deutliche,
eine Portion Sintflut als Strafe für unsere Vergehen,
für unsere Verbrechen an der Natur, an deiner Schöpfung.
Ihre geschwätzigen Mäuler mögen für immer verschlossen sein,
nie wieder sollen sie deinen Namen missbrauchen,
für ihre törichten Besserwissereien, ihr bissiges Urteil
mit erhobenem Zeigefinger, bigott kaschiert.
Niemals will ich das glauben, niemals,
du bist kein grausamer Götze des Elends,
du sendest kein Leid, kein gnadenloses Unheil
und hast kein Gefallen an unseren Schmerzen.
Doch du machst es mir schwer
das wirklich zu glauben.
Ich weiß, wir sind nicht schuldlos an manchem Elend,
zu leichtfertig missbrauchen wir oft unsere Freiheit.

Doch warum siehst du dann zu, fährst nicht dazwischen,
bewahrst uns nicht vor uns selbst?
Dein Schweigen quält meine Seele,
ich halte es fast nicht mehr aus.
Wie sich Schlamm und Schutt meterhoch türmen,
in den zerstörten Straßen und Gassen
und deren Schönheit sich nicht mehr erkennen lässt,
so sehr vermisst meine Seele dein Licht.

Meine gewohnten Gebete verstummen
meine Hände zu falten gelingt mir nicht.
So werfe ich meine Tränen in den Himmel
meine Wut schleudere ich dir vor die Füße.
Hörst du mein Klagen, mein verzweifeltes Stammeln,
ist das auch ein Beten in deinen Augen?
Dann bin ich so fromm wie nie,
mein Herz quillt über von solchen Gebeten.

Doch lass mich nicht versinken in meinen dunklen Gedanken,
erinnere mich an deine Nähe in früheren Zeiten.
Ich will dankbar sein für die Hilfe, die mir zuteilwird,
für die tröstende Schulter, an die ich mich anlehne.
Ich schaue auf und sehe helfende Hände,
die jetzt da sind, ohne Applaus, einfach so.
Die vielen, die jetzt kommen und bleiben
die Schmerzen lindern, Wunden heilen,
die des Leibes, wie die der Seele,
mit langem Atem und sehr viel Geduld.

Auch wenn du mir rätselhaft bist, Gott,
noch unbegreiflicher jetzt, unendlich fern,
so will ich dennoch glauben an dich,
widerständig, trotzig, egal, was dagegen spricht.
Sollen die Spötter mich zynisch belächeln,
ich will hoffen auf deine Nähe an meiner Seite.
Würdest du doch nur endlich dein Schweigen beenden,
doch ich halte es aus und halte dich aus, oh Gott.

Halte du mich aus!
Und halte mich, Ewiger! Halte mich!
sw 19.7.2021
( für Th.W. +15.7.2021 und viele andere…)

Der Klagepsalm stammt von Stephan Wahl, Priester, der in Remagen-Kripp aufgewachsen ist und heute in Jerusalem lebt! Die Fotos stammen von Dietmar Pohlmann, die er in seinem Facebook-Account veröffentlicht hat, und von der Facebook-Seite der Pfarreiengemeinschaft Bad- Neuenahr-Ahrweilse

Wer helfen will: die Gemeinde St.Laurentius in Ahrweiler bittet um Spenden für die Menschen auf das Konto der Laurentius-Stiftung: IBAN DE31 5775 1310 0000 1643 92


Dienstag nach Ostern

48 Impulse haben Sie durch die Fastenzeit, an den Kartagen und an Ostern begleitet. Gerne habe ich Sie Ihnen zur Verfügung gestellt. Jetzt macht „wortzumtag“ mit seinen täglichen Impulsen Pause bis zum Advent 2021. Hin- und wieder wird es eine Sonntagsbetrachtung geben. Darüber informiert Sie das Email-Abonnement.
„wortzumtag“ – verursacht auch Kosten. Leider habe ich keine Kirchengemeinde oder kirchliche Institution im Rücken, die mir hilft, die Kosten aufzubringen. Deshalb die Bitte, unterstützen Sie meine Arbeit in diesem Blog und beteiligen Sie sich an den Kosten – wie das geht? HIER finden Sie die Antwort und die Möglichkeit. Vielen Dank im Voraus.

„Wort zum Tag“ macht jetzt Pause! Wenn Sie mir übers Jahr folgen wollen, dann gehen Sie auf meinen Blog: blog.wilfried-schumacher.de – „Geistliches, was auffällt, einfällt, zufällt“ oder besuchen Sie meine Webseite mit Einzelheiten auch zu den Reisen und zum Projekt „lukas19.

Bleiben wir in Kontakt und bleiben Sie gesund!

(c) Wilfried Schumacher

Ostern 2021 – Auf nach Galiläa

„Sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.“ Damit endet ursprünglich das Markus-Evangelium.(Mk 16,8). Und jetzt? Keine der Ostergeschichten, die so schön helfen, im Ansatz zu verstehen, was geschehen ist: kein Wort über die Begegnung des Auferstandenen mit Maria von Magdala, kein Wort von den Emmaus-Jüngern, keine Erzählung von dem zweifelnden Thomas.
Nur dieser eine Hinweis: „Er geht euch voraus nach Galiläa“. Wir werden uns also aufmachen müssen, so wie die Jünger damals.
Allerdings dieses Galiläa finden wir auf keiner Landkarte, dieses Galiläa ist unsere Welt, die Glaubenden und die Ungläubigen, die Frommen und die Lauen, die Heiligen und die Sünder, die Guten und die Bösen.
Dieses Galiläa ist unsere Alltagswelt, das, was wir tagtäglich erleben. Dort finden wir den Auferstandenen. Jetzt sind wir an der Reihe. Wir müssten uns jetzt erzählen, wie wir in unserem Alltag die Spuren des Auferstandenen entdecken. Dort nämlich, wo das, was Jesus gesagt und getan hat, nicht beschränkt bleibt auf seine irdischen Jahre, sondern auch heute noch erlebt wird: Zuwendung, Heilung, Versöhnung, Vergebung.
Wo sich all die Geschichten, die wir aus den Städten und Dörfern Galiläa kennen, sich heute in unserer Stadt ereignen. Jetzt müssten wir davon sprechen, wie wir den Herrn getroffen haben: in all den Menschen, mit denen er sich solidarisierte: mit den Kranken, den Fremden, den Ausgestoßenen, den Leidenden. Jetzt müssten wir berichten von den Augenblicken in unserem Leben, wo es nach langer Nacht in unserer Seele wieder Tag wurde, wo wir neue Hoffnung schöpften, wo es plötzlich doch wieder Zukunft gab!

Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung“, heißt es in einem Kirchenlied. Wir finden sie mitten in dieser Welt, die vielen kleinen Hoffnungsgeschichten. Das Licht der Osterkerze steht stellvertretend für die vielen kleinen Lichter, die im Galiläa unseres Lebens brennen und dort die Dunkelheit besiegen. Machen wir es nicht wie die Frauen im Markus-Evangelium. Schweigen wir nicht! Haben wir keine Angst, reden wir davon, wie wir dem Auferstandenen in unserem Galiläa begegnen. Wir brauchen keine Ostergeschichten: wir sind Maria von.Magdala, wir sind die Emmaus-Jüngern, wir sind der ungläubige Thomas. Also dann: auf nach Galiläa. Ich bin dabei. Gehen Sie auch mit?

Ich wünsche Ihnen Gesegnete Ostern und bleiben Sie gesund!

(c) Wilfried Schumacher

Karsamstag

Karsamstag – stille Zeit
Zwischenzeit.
Der Mensch – Karsamstagsexistenz.
Zwischen Bangen und Hoffen
Zwischen Erde und Himmel
Zwischen Tod und Auferstehung.
Noch sind die Gräber geschlossen.
Aber der Vorhang ist zerrissen
zwischen Erde und Himmel.
Die Erde hat gebebt
und die Steine haben geschrien
unter dem Gewicht der Welt.
Der Karsamstag ist ein seltsamer Tag, geheimnisvoll und schweigsam. Er ist ein liturgiefreier Tag.
(Karl Rahner)

Heute geht es darum, den Tod auszuhalten – um morgen das Leben zu feiern. –

Nicht alles ist abgesagt!
Sonne ist nicht abgesagt
Frühling ist nicht abgesagt
Beziehungen sind nicht abgesagt
Liebe ist nicht abgesagt
Lesen ist nicht abgesagt
Zuwendung ist nicht abgesagt
Phantasie ist nicht abgesagt
Gespräche sind nicht abgesagt
Hoffnung ist nicht abgesagt
Beten ist nicht abgesagt
Karfreitag ist nicht abgesagt
Auferstehung ist nicht abgesagt.

Aus dem Rundbrief der Gemeinschaften Charles de Foucauld

Ein gemeinsamer Gottesdienst per Videokonferenz findet am Abend des Karsamstag um 20:00 Uhr statt. Details HIER

(c) Wilfried Schumacher

Karfreitag

Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. (Joh 19,30)

Imervard-Kreuz (1150) Dom zu Braunschweig

Für den Evangelisten Johannes ist der Kreuzweg nicht nur ein Leidensweg, sondern der Weg zu einer Thronbesteigung. Johannes hat lange nachgedacht über dieses Ereignis, das nicht nur ihm unverständlich ist. Ein souveräner Jesus begegnet uns in seiner Passion. Das Aufrichten des Kreuzes, seine Erhöhung ist eine königliche Thronerhebung. „Wenn ich über der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“.
Sagen Sie bitte nicht, dass Sie das sofort verstehen. Ein König, der ans Kreuz geheftet wird. Ein König, der nicht von oben herab regiert, sondern der alle an sich zieht. Alle, nicht nur die Frommen, nicht nur die Erfolgreichen, nicht nur die auf der Sonnenseite des Lebens.Vor allem jene, die ihre Wunden scheu vor den anderen verbergen, die leiden und weinen in den stillen Nächten des Lebens.Alle, auch Sie und mich.
Ignatius von Loyola empfiehlt uns, Christus unsern Herrn sich gegenwärtig und am Kreuz hängend vorzustellen und ein Gespräch zu halten, so „wie ein Freund zum anderen spricht“ (EB 53+54).
Kommen Sie also mit bis unter das Kreuz: hier fällt aller Egoismus in den Abgrund des Todes. Hier wird mir bewußt, wie sehr die Gewalt der Sünde jedem den Weg in die Zukunft verstellt –die eigene Sünde wie auch die Sünde der anderen, die mir schadet.
Hier werden die selbstverständliche Lüge und das Böse der Gewalt offenbart. Hier sehe ich, was der Apostel Paulus meint, wenn er schreibt: „Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ (Phil 2,6-8) Und dies nicht anonym, für die Menschheit schlechthin, sondern für mich.
Wer dessen gewahr wird, wer erkennt – der hängt da am Kreuz für mich –der kann sich nicht abwenden und teilnahmslos von dannen ziehen. Der muss sich fragen lassen, was tue ich denn?
Trete ich ein in diese Zuneigung Gottes zu den Menschen? Mutter Theresa hat einmal gesagt: „Lieben, bis es weh tut!“Ja es gibt Liebe, die weh tut, Liebe, die anstrengt. Die Liebe in schlechten Tagen, in Krankheit, in Krisen. Es gibt den Schmerz der Liebe, die keine entsprechende Gegenliebe findet und auch die Liebe, die nach der Liebe Gottes ruft und anscheinend keine Antwort erfährt.
Lieben, bis es weht tut! –wer mit dieser Absicht unter dem Kreuz steht, wird erleben, dass der Tod am Kreuz Anfang eines österlichen Triumphes ist. Aber zuerst gilt es unter dem Kreuz auszuharren.

Du Held aus Juda – es ist vollbracht!
Du hängst tot am Kreuz.
Ich schaue auf Dich.
Du hast gesagt: wenn ich über die Erde erhöht bin,
werde ich alle zu mir ziehen.
Lass mich jetzt nicht ein teilnahmsloser Zuschauer sein,
ziehe mich zu Dir!
Du, der Du die Liebe bist, hast nichts für Dich zurückbehalten,
sondern all deine Liebe aus Deinem Herzen strömen lassen,
damit sie auch in mir Frucht bringt.

Hilf mir lieben, Herr.
Manchmal ist die Liebe auch anstrengend,
manchmal tut sie auch weh.
Lass mein Herz Deinem Herzen ähnlicher werden,
das weder Hass kannte, noch Rache oder Groll,
keine Eifersucht und Neid, nur Liebe.
Das Böse war mächtig in deinen letzten Stunden.
Der, der liebte, wurde verschmäht, verlacht, gegeißelt,
mit Dornen gekrönt
und schließlich ans Kreuz geschlagen.
Verraten, verleugnet und verlassen von den Freunden.

Das Böse will immer wieder Macht über mich gewinnen.
Wie schnell gewöhne ich mich daran.
Ein Mangel an Liebe hier, eine Untreue da,
eine Unklugheit dort
und schon sind meine Augen und Ohren,
mein Herz verschlossen für Dich und die Menschen.

Du Held aus Juda aber siegst mit Macht.
Du hast das Böse besiegt.
Erhöht am Kreuz will dein kostbares Blut
mein sündiges Herz und die sündigen Herzen aller Menschen
zu allen Zeiten und an allen Orten heilen.
So bahnst Du uns den Weg zum Vater.

Lass mich aushalten unter Deinem Kreuz,
nur so kann ich Ostern erleben,
das Fest der Hoffnung wider alle Hoffnungslosigkeit,
das Fest der Freude in aller Traurigkeit,
das Fest des Lebens in der todgeweihten Welt.
Hier, heute, unter Deinem Kreuz beginnt es. Amen
(c) Wilfried Schumacher

(c) Wilfried Schumacher

Gründonnerstag

Heute lade ich Sie zusätzlich zum nachfolgenden Impuls ein zu einem gemeinsamen Gottesdienst per Videokonferenz. Er beginnt um 19:00 Uhr. Details HIER

Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis. (1 Kor 11, 23-24)



Heute beginnen die drei österlichen Tage: Das Ziel unseres gemeinsamen Wegs durch die österliche Bußzeit, durch die Fastenzeit.

(c) angieconscious  / pixelio.de

In unserer Sprache gibt es ein Wort, das ursprünglich bedeutete, das tägliche Brot miteinander teilen, das aber heute einen etwas anderen Beigeschmack bekommen hat: „Kumpan“.
Es kommt aus dem lateinischen „conpanis“ und meint denjenigen, der die gleichen Erfahrungen mit mir macht, die gleiche schwere Arbeit zu leisten hat, der mit mir so vieles teilt, was der Tag bringt.
Auch im Französischen gibt es dieses Wort: „copain“. Es meint den Menschen, der sich aus allen anderen heraushebt und der mir in Freundschaft verbunden ist, einen Menschen, der mir viel bedeutet, der mir so notwendig ist, wie das tägliche Brot.
So gesehen sind wir alle „Kumpane Jesu“, einmal weil er dieses Brot mit uns teilt, und zum anderen, weil er selbst dieses Brot ist – das Geheimnis unseres Glaubens schlechthin.
Wir sind Kumpane Gottes, aber dies macht uns auch zu Kumpanen untereinander.

Die Menschen sehnen sich nach jemandem, der sich hingibt, der heilt und heiligt, der liebt und mit ihnen leidet. Sie finden ihn in Jesus und sie müssen ihn finden in seinen Kumpanen, die ihm auf dem Weg dieser Liebe folgen.

Musik zum Tag – aus der Matthäus-Passion

(c) Wilfried Schumacher

Mittwoch in der Karwoche

Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern. Da wurden sie sehr traurig und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der die Hand mit mir in die Schüssel eintunkt, wird mich ausliefern. Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre. Da fragte Judas, der ihn auslieferte: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus antwortete: Du sagst es.
(Mt 26,20-25)

Warum verriet er Jesus? Die Frage ist Gegenstand verschiedener Hypothesen. Einige ziehen den Faktor seiner Geldgier heran. Andere befürworten eine Erklärung auf messianischer Ebene: Judas sei enttäuscht gewesen, als er gesehen habe, daß die politisch-militärische Befreiung seines Landes nicht zu den Plänen Jesu gehörte. In Wirklichkeit aber unterstreichen die Texte der Evangelien einen anderen Aspekt. Johannes sagt ausdrücklich: »Der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern« (Joh 13,2). Ähnlich schreibt Lukas: »Der Satan aber ergriff Besitz von Judas, genannt Iskariot, der zu den Zwölf gehörte« (Lk 22,3). Auf diese Weise geht man über die historischen Motivationen hinaus und erklärt das Geschehen auf der Grundlage der persönlichen Verantwortung des Judas, der einer Versuchung des Bösen auf erbärmliche Weise nachgab. Der Verrat des Judas bleibt auf jeden Fall ein Geheimnis. Jesus hat ihn als Freund behandelt (vgl. Mt 26,50); bei seinen Aufforderungen, ihm auf dem Weg der Seligpreisungen zu folgen, übte er jedoch niemals Zwang auf den menschlichen Willen aus, noch bewahrte er ihn vor den Versuchungen Satans und respektierte damit die menschliche Freiheit.
Benedikt XVI.

Der Verrat des Judas beschäftigt die Christen seit den Tagen der Urkirche. Wie kann ich verhindern selbst ein Judas zu werden?  Jeder der Zwölf hielt es für möglich, der Verräter zu sein. Treue und Verrat liegen nahe beieinander.

Judas schläft nie!
Wort aus Serbien

gemeinsam Gottesdienst feiern als Videokonferenz – das nächste Mal am Gründonnerstag. Mehr HIER unter www.lukas19.de

(c) Wilfried Schumacher

Dienstag in der Karwoche

Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben. Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
(Joh 13,37-38)




Petrus wollte seinen Meister belehren, er wollte ihm vorausgehen, aber es ist Jesus, der hingeht, um für Petrus zu sterben; und Petrus hatte das nicht verstanden, er wollte es nicht verstehen. […] Wie schwierig ist es, sich wahrhaft lieben zu lassen! Wir hätten immer gern, dass es an uns etwas gäbe, für das wir uns nicht erkenntlich zeigen müssen, während wir in Wirklichkeit für alles Schuldner sind, weil Gott der Erste ist und uns zur Gänze mit Liebe rettet.
Papst Franziskus

Kann ich mich von Gott lieben lassen? Oder verweigere ich mich wie Petrus?

Ich will hier bei dir stehen,
verachte mich doch nicht,
von dir will ich nicht gehen,
wenn dir dein Herze bricht,
wenn dein Herz wird erblassen
im letzten Todesstoß,
alsdenn will ich dich fassen
in meinem Arm und Schoß.
(Matthäus-Passion von J.S.Bach)

gemeinsam Gottesdienst feiern als Videokonferenz – das nächste Mal am Gründonnerstag. Mehr HIER unter www.lukas19.de

(c) Wilfried Schumacher