Donnerstag nach dem 5.Fastensonntag

Tageslesungen
Gen 17,1a.3–9 | Joh 8,51–59

Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel. (Joh 8,56-58)

Das erste, was Jesus da sagt, ist: er kommt von Gott. Er ist von Ewigkeit. […]Ich, der ich da bin, der ich da rede, der ich da erscheine, ich bin der, der von Ewigkeit her beim Vater ist. Hier spricht ein Ich, das heißt eine Person, die Gott selbst ist. So dass in diesem Tag, von dem er da spricht, alle Tage der Geschichte der Endlichkeit einbeschlossen sind, so dass alle im Grunde genommen sich freuen müssen, wenn ihnen dieser Tag Christi, der eine Tag der Ewigkeit, der keinen Abend kennt, leuchtet.
(Karl Rahner)

Für die Juden war der Anspruch, mit dem Jesus auftrat ein Ärgernis.
Wer ist Jesus für mich?
Verändert sich mein Leben, wenn ich „mit den Augen der Ewigkeit“ darauf schaue.

Mit den Augen der Ewigkeit
die Wirklichkeit anschauen,
im Verweilen
im Hier und jetzt.
Steine und Wasser erkennen
als Bilder meiner Seelenlandschaft,
die Faszination
und Widersprüchlichkeit ausdrücken.
Fester Grund,
endlose Tiefe
göttlicher Lichtfunke in allem.
(Pierre Stutz)

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

Netzwerk „lukas 19“

Ich mache mir seit Tagen sehr viele Gedanken, wie wird wohl die Karwoche und das Osterfest werden. Es wird keine öffentlichen Gottesdienste geben. An vielen Stellen wird die Gottesdienstübertragung via Fernsehen oder Internet angeboten. Vielleicht genügt Ihnen das. Einige Bischöfe empfehlen Hausgottesdienste im Kreis der Familie. -Was aber, wenn man allein lebt und keine Familie hat?
Ich möchte den Versuch machen, mich mit Leuten in einer Videokonferenz zu treffen zum gemeinsamen Beten und Singen. Dazu habe ich ein Projekt gegründet: Netzwerk „lukas19“.
Was ist „lukas 19“?

lukas 19 – das ist ein Hinweis auf eine Geschichte in der Bibel.

lukas 19 – das ist die Geschichte von einem kleinen Menschen, dem die „Großen“ den Blick versperrten auf den, der ihm vielleicht Hoffnung geben könnte

lukas 19 – das ist die Geschichte, die davon erzählt, dass Gott nicht nur in den Kirchen, Synagogen und Moscheen zu finden ist, sondern im eigenen Zuhause.

lukas 19 – das könnte ein Netzwerk von Menschen werden, denen es ähnlich ergeht, die sich genauso fühlen, die ebenso glauben.

lukas 19 – haben Sie Lust mitzumachen? Auszuprobieren, was das sein könnte. Zuerst wegen der aktuellen Corona-Krise nur virtuell, im Internet – später vielleicht auch einmal in der realen Welt. Ich lade Sie ein!

Wie werden wir dieses Jahr die Karwoche und Ostern feiern?

Ich möchte den Versuch machen, mich mit Ihnen in einer Videokonferenz zu treffen zum gemeinsamen Beten und Singen: wir können einen Schrifttext lesen und darüber sprechen und Sie können Ihre Anliegen einbringen. Das wäre doch einen Versuch wert!

Was brauchen Sie dafür? Einen Computer oder einen Laptop mit Kamera und Mikrophon, oder ein Handy oder ein Tablet.
Sie erhalten von mir einen Link, den Sie anklicken, bzw. eine Nummer, die Sie bei der Einwahl verwenden.

Keine Angst – technisch können Sie das bewältigen! Ich helfe Ihnen dabei – im Vorfeld gibt es ein paar Termine, an denen wir das ausprobieren können!

Was müssen Sie tun? Bitte melden Sie sich HIER an. Sie erhalten daraufhin eine Mail, die Sie bitte bestätigen.
Danach erfahren Sie im Newsletter die Zeiten, an denen wir das technisch im Vorfeld ausprobieren, und natürlich auch den Zeitpunkt für unseren ersten gemeinsamen Gottesdienst am Palmsonntag.

Sie können auch über die Webseite www.lukas19.de sich anmelden!

(c) Wilfried Schumacher

Mittwoch nach dem 5.Fastensonntag

Tageslesungen
Dan 3,14–21.49.91–92.95 | Joh 8,31–42

Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von Gott gehört habe. (Joh 8,40)

Christus ist die Person gewordene Wahrheit, die die Welt zu sich hinzieht. Das von Jesus ausstrahlende Licht ist Glanz der Wahrheit. Jede andere Wahrheit ist ein Fragment der Wahrheit, die er ist, und weist auf ihn hin.
(Benedikt XVI.)

Jesus ist die Wahrheit, er sagt sie nicht nur. Bei ihm stimmen Reden und Tun vollständig überein. Seine Wahrheit ist sein ganzes Leben. Was verändert sich, wenn ich mich darauf einlasse – und sei es auch nur, wenn ich ihn darum bitte, dass diese Wahrheit in mir sei?

Könnten wir nicht, […] in unserem Herzen mehr Raum schaffen und sagen: Zerteile die Finsternis meines Herzens und gib, dass deine Wahrheit der Demut, der Treue, des Hoffens wider alle Hoffnung, des seligen Vertrauens in mir sei auf deine Macht, die dann gerade siegreich ist, wenn du erhöht am Kreuze alles an dich ziehst, auch mein armes Herz.
(Karl Rahner)

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

Dienstag nach dem 5.Fastensonntag

Tageslesungen
Num 21,4–9 | Joh 8,21–30

Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben. (Num 21,8-9)

Am Kreuz wird Jesus wie die Schlange erhöht und an die Kreuzestange geheftet. Wer auf diesen Jesus am Kreuz schaut, wird von seinen Wunden geheilt. […] Die Erlösung besteht gerade darin, dass wir am Kreuz der Tragödie des menschlichen Lebens ins Auge sehen. Nur so kann sie verwandelt werden. Nur so können wir unser Leben leben, ohne den dunklen und destruktiven Seiten ausweichen zu müssen.
(Anselm Grün)

Heute bin ich eingeladen, auf das Kreuz zu schauen und dabei auch meine Schattenseiten wahrzunehmen in dem Bewusstsein, dass Christus selbst mich heil macht.

Anschaulich sich vorstellen, wie Christus unser Herr gegenwärtig und ans Kreuz geheftet ist, und ein Zwiegespräch beginnen. Wie er als Schöpfer gekommen ist, um sich zum Menschen zu machen, vom ewigen Leben zum zeitlichen Tod und so für meine Sünden zu sterben. Ebenso dann den Blick auf mich selber richten: was ich für Christus getan habe, was ich für Christus tue, was ich für Christus tun soll;
(Ignatius von Loyola, Exerzitienbuch Nr. 53)

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

Montag nach dem 5.Fastensonntag

Tageslesungen
Dan 13,1–9.15–17.19–30.33–62 (oder 13,41c–62) | Joh 8,1–11

Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
(Joh 8, 9b-11)

…Nachdem Jesus sie erst einmal jenen Raum sehen lässt, der frei ist vom Urteil anderer, sagt er ihr, dass nicht einmal er mit seinen Steinen in ihn eindringt: » Auch ich verurteile dich nicht. « Und in demselben Augenblick öffnet er ihr einen weiteren Freiraum: » Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! « Das Gebot wird für die Zukunft gegeben, als Gehhilfe, um „in der Liebe voranzuschreiten“. Das ist das Feingefühl der Barmherzigkeit, die erbarmungsvoll auf die Vergangenheit schaut und Mut macht für die Zukunft…
Papst Franziskus

Ich muss nicht an meiner Schwachheit und meinen Fehlern verzweifeln; ich bin trotz meiner Schwachheit und Fehler geliebt und angenommen, und darf auf Vergebung hoffen, auf das „Feingefühl der Barmherzigkeit“.

Die Freude, für die die Ehebrecherin kaum Worte findet, ist der Inbegriff der Freude, wie sie jeder empfinden muß, der durch ein vergebendes Wort Christi geheilt und gerettet wird
(Carlo M. Martini. Seht, welch ein Mensch

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

5.Fastensonntag

Tageslesungen
Ez 37, 12b-14 | Röm 8, 8-11 | Joh 11, 1-45

Die Sonntage der Fastenzeit sind als Gedächtnistage der Auferstehung Jesu vom Fasten ausgenommen.

Heute darf ich „ausruhen“ auf unserem Weg hin zum Osterfest.

Da der Sonntagsgottesdienst wegen der Corona-Krise ausfallen muss, biete ich Ihnen eine Betrachtungs des Sonntagsevangeliums mit einer Anleitung HIER an.

Der Mensch ist so gebaut, dass er darauf angewiesen ist, dass man ihm von Zeit zu Zeit sagt: „Es ist gut, dass es dich gibt“.
(Josef Pieper)
Ich kann es heute jemandem sagen.

Musik zum Sonntag

(c) Wilfried Schumacher

Samstag nach dem 4.Fastensonntag

Tageslesungen
Jer 11,18–20 | Joh 7,40–53

Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, so dass man seinen Namen nicht mehr erwähnt. (Jer 11,19)

Wo immer Jeremia auftritt, bringt er Unglück, und jede Heiterkeit erstirbt. Wie alle Propheten vor ihm ist er stets in Opposition, bekämpft das Establishment, verspottet die Macht und die, die sie ausüben, betont die Brüchigkeit der Gegenwart und die Ungewissheit der Zukunft. Wer auf ihn hört, verliert jede Lust zu essen, zu trinken, Kinder aufzuziehen.[…] Ein von solchen Visionen heimgesuchter Mensch kann nicht populär sein. Man meidet ihn, wendet sich ab. Er zerstört jede Lebensfreude, er zwingt uns, das zu sehen, was wir nicht sehen wollen.
(Elie Wiesel)

Gibt es Dinge, die ich nicht sehen will? Wie gehe ich mit den Prophetinnen und Propheten um, die mich darauf hinweisen?

Wenn die Propheten einbrächen
durch Türen der Nacht
und ein Ohr wie eine Heimat suchten –
Ohr der Menschheit
du nesselverwachsenes,
würdest du hören?
Nelly Sachs

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

Freitag nach dem 4.Fastensonntag

Tageslesungen
Weish 2,1a.12–22 | Joh 7,1–2.10.25–30

Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit. Ihr kennt ihn nur nicht. Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat. (Joh 7,28-29)

Wir sind oft in der Versuchung, das Leiden als „Gottes Willen“ zu „erklären“.Das kann nicht nur Zorn und Frustration heraufbeschwören, es ist sogar falsch. „Gottes Wille“ ist kein Etikett, das man dem Unglück anheften kann. Gott will Freude bringen nicht Schmerz, Frieden nicht Krieg, Heilung nicht Leiden. Wir müssen also, anstatt alles und jedes zum Willen Gottes zu stempeln, bereit sein, uns zu fragen, wo wir […] die liebende Gegenwart Gottes erkennen können.
Henri Nouwen

Ignatius von Loyola empfiehlt uns das abendliche „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“, um so im Leben, die Spur Gottes zu entdecken, ihn besser kennenzulernen und seinen Willen zu tun. HIER finden Sie eine Anleitung. Probieren Sie es aus – gerade auch in diesen Tagen!

Aufmerksamkeit ist die Tür zur Wahrheit.
Simone Weil

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

Donnerstag nach dem 4.Fastensonntag

Tageslesungen
Ex 32,7–14 | Joh 5,31–47

Da sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen. Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. (Ex 32,7-11)

Was tut der Herr, wenn wir ihn – durch die Götzen – aus dem Leben […] »ausschließen«, weil wir überzeugt sind, uns selbst zu genügen? In diesem Augenblick bin ich der Götze: »Nein, ich komme zurecht… Danke… Mach dir keine Sorgen, ich komme zurecht.« Und man spürt nicht, dass man den Herrn braucht, man spürt nicht die Trostlosigkeit der Abwesenheit des Herrn. Aber der Herr ist schlau! Die Versöhnung, die er dem Volk anbieten will, wird eine Lektion sein, an die die Israeliten sich für immer erinnern werden. Gott verhält sich wie ein verschmähter Liebhaber: Wenn du mich nicht willst, dann gehe ich eben! Und er lässt uns allein. Es stimmt, wir können allein zurechtkommen, für einige Zeit, sechs Monate, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre, auch länger. An einem bestimmten Punkt explodiert alles. Wenn wir allein weitergehen, dann explodiert diese Selbstgenügsamkeit, diese Selbstgefälligkeit der Einsamkeit. Und sie explodiert auf schlimme, sehr schlimme Weise.
Papst Franziskus

In diesen Tagen erfahren wir, wie begrenzt unser Leben ist. Wir erleben, wie wir angewiesen sind auf andere, die ihre Arbeit tun. Das glaubende Bewußtsein, Gott verlässt mich nicht, wird auf eine harte Probe gestellt.
Kenne ich auch diese „Trostlosigkeit der Abwesenheit des Herrn“? Wie bin ich damit umgegangen, wie gehe ich damit um? Habe ich die Versöhnung, die Gott anbietet, erfahren und angenommen?

Nimm doch endlich meine Angst hinweg,
Denn niemand sonst kann sie mir nehmen.
Meine Augen möchten dich gerne schauen,
denn du machst sie hell und sehend,
Und nur für dich allein sollen sie leuchten.“„

Enthülle mir doch deine Anwesenheit,
auch wenn ich im Anblick deiner Schönheit vergehe!
Du siehst doch die Schmerzen der Liebe,
die man durch nichts heilen kann
als durch deine leibhaftige Gegenwart.
Johannes vom Kreuz

Die ganze geistliche Betrachtung, aus der das Zitat von Papst Franziskus entnommen wurde, finden Sie HIER.

Beten wir in diesen schwierigen Zeiten in besonderer Weise- HIER finden Sie eine Anregung.

(c) Wilfried Schumacher

Hochfest der Verkündigung des Herrn

Tageslesungen
Jes 7,10–14 | Hebr 10,4–10 | Lk 1,26–38

Der Engel trat bei ihr ein. (Lk 1,28a)

Maria sagt Ja dazu, die Errettung in sich zu tragen, Jesus zur Welt zu bringen, ihn in seiner Schutzlosigkeit zu verteidigen, ihn aufwachsen sehen – und ihn ziehen lassen, wenn die Zeit für ihn gekommen ist, sie zu verlassen und  seinen eigenen Weg zu gehen. Es ist ein Ja zur Freude, zu dem Unsicheren und Unbekannten. Ein Ja dazu, in die Geschichte einzutreten als verantwortliche Mitspielerin und nicht nur als Zuschauerin.
aus: Nina Eggehorn in: Eine Nacht voller Wunder.

Gott trat in das Leben der jungen Frau. Und sie ist bereit.
Wen findet der Engel vor, wenn er bei mir eintritt? Und wie findet er mich vor?
Wann? – das wird mir in Nazareth immer wieder bewusst: in den Alltäglichkeiten meines Lebens.
Wird er von mir auch ein JA bekommen?

Später, viel später
später viel später
blickte maria
ratlos von den altären
auf die sie
gestellt worden war

und sie glaubte
an eine verwechslung
als sie
– die vielfache mutter –
zur jungfrau
hochgelobt wurde

und sie bangte
um ihren verstand
als immer mehr leute
auf die knie fielen
vor ihr

und angst
zerpresste ihr herz
je inniger sie
– eine machtlose frau –
angefleht wurde
um hilfe und wunder

am tiefsten
verstörte sie aber
der blasphemische kniefall
von potentaten und schergen
gegen die sie doch einst
gesungen hatte voll hoffnung
Kurt Marti

Ein Video aus Nazareth 2017

(c) Wilfried Schumacher

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