Freitag nach dem 1.Fastensonntag

Tageslesungen
Ez 18, 21-28 | Mt 5, 20 -26

So spricht Gott, der Herr: Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben. Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben. Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen – Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, daß er seine bösen Wege verläßt und so am Leben bleibt? (Ez 18, 21 ff.)

Gott kennt keine Kollektivschuld. Jahwe ist kein Rachegott. Gott hat nur die persönliche Schuld eines jeden Menschen im Auge. Die Folge daraus: Der Prophet Ezechiel fordert zur persönlichen Buße auf. Umkehr führt zur Befreiung und zu einem neuen Leben. Gott will, dass der Mensch lebe!
In diesem Bewusstsein kann ich auf meine Sünden schauen – sie sind immer konkret. Auch die Umkehr muss so konkret sein, sich nicht in wagen Vorsätzen erschöpfen.

Die Umkehr tun
Die große Schuld des Menschen
sind nicht die Sünden, die er begeht –
die Versuchung ist mächtig und seine Kraft gering.
Die große Schuld des Menschen ist,
dass er in jedem Augenblick
die Umkehr tun kann und nicht tut.

Rabbi Bunam

(c) Wilfried Schumacher