Mittwoch nach dem 3.Fastensonntag

Tageslesungen
Dtn 4,1.5–9 | Mt 5,17–19

Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen? Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute vorlege? Jedoch, nimm dich in Acht, achte gut auf dich! Vergiß nicht die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du gehört hast. Laß sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!
(Dtn 4,7-9)

Die  Liebesgeschichte Gottes mit Israel besteht im tiefsten darin, dass er ihm die Thora gibt, das heißt, ihm die Augen auftut für das wahre Wesen des Menschen und ihm den Weg des rechten Menschseins zeigt; diese Geschichte besteht darin, dass der Mensch so in der Treue zu dem einen Gott lebend sich als Geliebten Gottes erfährt und die Freude an der Wahrheit, an der Gerechtigkeit – die Freude an Gott findet, die sein eigentliches Glück wird: ,,Was habe ich im Himmel außer dir? Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde … Ich aber – Gott nahe zu sein ist mein Glück“ (Ps 73[72],25.28).(Benedikt XVI., Deus caritas est Nr.9)

Die Thora (das Gesetz) entspringt der Erfahrung, die das Volk Israel mit Gott gemacht hat, einer „guten Erfahrung“. Er hat sie aus dem Sklavenhaus Ägyptens befreit, ist auf dem langen Marsch durch die Wüste vor und mit ihnen gewesen und hat sie aus lebensbedrohenden Situationen errettet.
Wer solch gute Erfahrungen mit Gott gemacht hat, für den ist die Treue, die Loyalität, der Gehorsam gegenüber Gott nichts Aufgezwungenes, sondern nur eine Konsequenz.
Ich erinnere mich meiner „guten Erfahrungen“ mit Gott.

Als die Engel Protest einlegten, dass die Thora den Menschen anvertraut wurde und nicht ihnen, sprach Gott: « Wart ihr etwa in ägyptischer Sklaverei? »
(Midrasch)

(c) Wilfried Schumacher