Freitag nach dem 4.Fastensonntag

Tageslesungen
Weish 2,1a.12–22 | Joh 7,1–2.10.25–30

Lasst uns dem Gerechten auflauern! Er ist uns unbequem und steht unserem Tun im Weg. Er wirft uns Vergehen gegen das Gesetz vor und beschuldigt uns des Verrats an unserer Erziehung. Er rühmt sich, die Erkenntnis Gottes zu besitzen, und nennt sich einen Knecht des Herrn. Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden. (Weish 2,12-15)

Das Leben des Gläubigen ist oft Spannungen, Widersprüchen, manchmal auch Ablehnung und sogar Verfolgung ausgesetzt. Das Verhalten des Gerechten irritiert, weil es wie eine Mahnung gegenüber den anmaßenden und niederträchtigen Menschen wirkt. […] Der Gläubige weiß, dass sein konsequentes Verhalten Isolation und sogar Verachtung und Feindschaft hervorruft in einer Gesellschaft, die oft den persönlichen Vorteil, den äußeren Erfolg, den Reichtum und den zügellosen Genuss als Ziel wählt. Dennoch ist der glaubende Mensch nicht allein, und sein Herz bewahrt einen erstaunlichen inneren Frieden […]. Die Gemeinschaft mit Gott ist Quelle der Gelassenheit, der Freude, der Ruhe; sie ist gleichsam eine Oase des Lichts und der Liebe.
(Johannes Paul II.)

Ich kann ähnlichen Erfahrungen in meinem Leben nachspüren.
Was/wer hat mir in solchen Situationen Kraft und Gelassenheit gegeben?

Wenn wir sehen, dass uns die Feinde mit ihren Schlichen bedrängen, das heißt mit der Trägheit, sei es, dass sie unsere Gesinnung durch den Genuss schwächen, oder weil wir unseren Ärger gegen den Nächsten nicht zügeln, wenn dieser gegen seine Pflichten verstößt; oder wenn sie unsere Augenlider schwer machen, um sie zur Begierde zu verführen; oder wenn sie uns dazu verleiten wollen, die Gaumenfreuden zu verkosten; wenn sie die Rede des Nächsten uns gegenüber vergiften; wenn sie uns die Worte anderer herabwürdigen lassen; wenn sie uns verleiten, Unterschiede zwischen den Brüdern zu machen, indem sie sagen: Dieser ist gut, der andere ist schlecht. Wenn uns also alle diese Dinge umgeben, dürfen wir nicht den Mut verlieren, sondern vielmehr wie David mit festem Herzen rufen: ›Der Herr ist die Kraft meines Lebens!‹
(Jesaja, der Syrer, +491)

(c) Wilfried Schumacher

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