Aschermittwoch

Tageslesungen
Joel 2,12-18; 2 Kor 5,20 – 6,2; Mt 6, 1-6; 16 -18

Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung. (2 Kor 6,2)

Der Ritus des Aschenkreuzes ist sehr alt. Asche ist das Zeichen der Vergänglichkeit, aber auch das Zeichen der Umkehr und Erneuerung. Im Symbol der Asche ist uraltes Wissen der Menschen aller Völker und Religionen lebendig geblieben – auch wenn die meisten heute über Heizung verfügen und kaum noch mit Asche in Berührung kommen. So erleben wir kaum noch die Verwandlung, die geschieht, wenn wir Dinge verbrennen und sie im Feuer zu Asche werden.

Das Wasser ist wie die Asche ein Beispiel für Verwandlung. Jeder Tropfen Wasser ist schon unzählige Male als Regen vom Himmel gefallen. Jeder Schluck Wasser, den wir trinken, hat schon den Durst anderer Menschen und Tiere gestillt.

Weil das Wasser den unendlichen Weg der Wandlungen geht, ist Leben auf unserem Planeten möglich.

Das Geheimnis der Verwandlung bestimmt auch den Weg des Menschen oft mehr, als ihm bewusst ist. Jeder Tag fordert uns heraus, uns auf das große Spiel der Wandlungen einzulassen. Niemand bleibt, wie er ist. Wer festhalten will, was jetzt ist, erstarrt zum Tod.

Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Nur wer es preisgibt, entdeckt neue Formen des Lebens. Dies ist das Anliegen der vierzig Tage Fastenzeit: „Kehrt um! Bekehrt euch!

Der Weg zum Osterfest bringt Bewegung in verhärtete und erstarrte Zustände. Nur wer diesen Weg der Reinigung und Verwandlung mitgeht, wird das Leben gewinnen. Der Aschermittwoch erinnert uns nicht nur an die Vergänglichkeit aller Dinge, sondern auch an die Verwandlung, die neues Leben zeugt.

Der Wassertropfen wird uns als Titelbild von „wortzumtag“ die Fastenzeit über begleiten.

(c) Wilfried Schumacher

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