Dienstag nach dem 3.Fastensonntag

Tageslesungen
Dan 3,25.34–43 | Mt 18,21–35

Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? (Mt 18,32-33)

Gottes mitleidende Barmherzigkeit ist keine abstrakte oder unbestimmte Größe; sondern eine konkrete, ganz bestimmte Bewegung, mit der Gott seine Hand nach uns ausstreckt….
Henri Nouwen

Shakespeare weiß von der Barmherzigkeit: „Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt.“ Ja, Barmherzigkeit berechnet nicht. Sie gibt bedingungslos. Verschenkt und beschenkt nicht nur den Empfänger, sondern auch den, der gibt. Auf andere zuzugehen, ihnen etwas zu schenken, sich für sie einzusetzen, befreit. Etwas, das ich vielleicht für mich eingeplant hatte (Zeit, Geld, Kraft), anderen zur Verfügung zu stellen, sprengt meine Pläne, meine Sicherheiten, meine Kalkulationen. In dieser Corona-Krisenzeit ist dies besonders wichtig. Die staatlichen Maßnahmen wirbeln unser ganzes Leben durcheinander. Umso wichtiger ist es, dass wir einander bestehen!
Ganz konkret: Ich lasse mein Herz sprechen: Ich gebe es dir, gratis, ohne Bedingung, einfach so. Mein  Herz wird weiter und ich selbst auch. Meine Ich-Sucht, meine Angst – auch in diesen Tagen, meine Härte, meine Herzlosigkeit werden aufgesprengt.
Andererseits: wer Barmherzigkeit empfängt weiß sich geschätzt, wertvoll und geliebt. Wie oft plagen uns die Selbstzweifel? Wie oft stoßen wir uns an unseren Grenzen?  Wie oft erleben wir unsere Unfähigkeiten? Dann sind wir angewiesen auf Barmherzigkeiten, die uns berühren, und alles Angstmachende und Verhärtete in uns lösen.

Sei gesegnet mit einem großen Ja zur Welt,
aber lasse nichts, wie es ist.
Sei gesegnet mit einem großen Ja zum Menschen,
aber begnüge dich nicht mit Barmherzigkeit.
Sei gesegnet mit einem großen Ja zu dir selbst,
aber bleibe offen für andere.
Sei gesegnet mit einem großen Ja zu Gott,
aber lasse ihn nur machen,
er macht alles gut.
Roland Breitenbach

Beginnen oder beenden Sie heute Ihr Gebet mit einem besonderen Gebet in der gegenwärtigen Corona-Krise – eine Möglichkeit finden Sie HIER

(c) Wilfried Schumacher

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