Palmsonntag

Heute lade ich Sie zusätzlich zum nachfolgenden Impuls ein zu einem gemeinsamen Gottesdienst per Videokonferenz. Er beginnt um 11 Uhr. Details HIER

Tageslesungen
Mt 21, 1-11 (Evangelium zur Prozession) | Jes 50,4-7 |
Phil 2, 6 – 11 | Mt 26, 14 – 27, 66

Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! (Mt 21, 9)

Die Not und das Elend waren in den Jahren nach dem II.Weltkrieg oft größer als in den Jahren davor. Wer das Grauen des Krieges überlebt hatte, sah sich einem neuen Überlebenskampf ausgesetzt. Zur materiellen Not kam angesichts der zerbombten Städteund der zerstörten Existenzen die innere Verzweiflung hinzu: wie sollen wir das nur alles wieder aufbauen? Wie sollen wir auf die Dauer unseren Hunger stillen und unser Leben sichern?

Ähnlich erging es den Menschen in Jerusalem nachdem sie aus der babylonischen Gefangenschaftzurückgekehrt waren. Sie kamen aus der Deportation in die Fremde wieder in die Heimatzurück, in eine zerstörte Stadt. Das ist die Zeit des Propheten Sacharja. Seine Botschaft treibt die Menschen an, einen Neuanfang zu wagen und den Tempel Gottes wieder aufzubauen. Er gibt den Menschen Perspektiven, die weit über den Horizont ihrer Alltäglichkeit hinausreichen. Die Offenbarung des Propheten stellte eine grosse Ermutigung für das Volk dar, zu einer Zeit, da jede nationale Hoffnung entschwunden schien.Hinzukommt,dass seine letzten Prophezeiungen den Messias ankündigen: „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.“Er befreit von aller Unterdrückung und jeglicher Fremdherrschaft und sorgt für Frieden und Gerechtigkeit.

Die Botschaft des Sacharja -ein Hoffnungszeichen in schwerer Zeit.Vor diesem Hintergrund wird das Zitat aus dem Buch des Propheten Sacharja, das Matthäus in seinem Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem zitiert, verständlich. Der Einzug Jesu wird für die Menschen seiner Zeit zu einem Hoffnungszeichen. „Hosanna“ rufen sie dem Mann aus Nazareth zu.

Das heißt übersetzt:“Ach, Herr, bring doch Hilfe!“ Das ist die Bitte des alttestamentlichen Beters, die imPsalm 118 niedergeschrieben wurde. Aber auch die Bitte, die die Menschen an die Könige richteten, wenn sie selbst nicht mehr weiter wussten.
Ach Herr bringt doch Hilfe – für die Menschen in Jerusalem ist dieser Jesu der erwartete Sohn Davids, der Messias. Wie Sacharja prophezeit hat, kommt er nicht auf einem Schlachtross, nicht im Streitwagen. Er kommt demütig,als Friedensfürst.

Allerdings: die Menschen in Jerusalem werden es bald merken, dass sie das Hoffnungszeichen falsch verstanden haben. Es folgt nicht der Umsturz mit Macht und Gewalt, sondern mit Ohnmacht und Liebe.

Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dem Herrn?
* Was bedeutet Jesus für Sie, wenn er einzieht in Ihre Lebensstadt, da, wo sie sich niedergelassen haben, da wo sich der Alltag des Lebens vollzieht?
* Heißen Sie ihn willkommen?
* Oder versperren Sie lieber das Stadttor?
* Halten Sie heute Ausschau nach den Hoffnungszeichen Ihres Lebens?
* Was macht Ihnen Mut?
* Wer oder was befreit sie aus Niedergeschlagenheit und Depression?
* Wer oder was hilft Ihnen auf, wenn alles in Trümmern zu liegt?

Foto: Bernhard R.  / pixelio.de

Wir stehen am Anfang der Karwoche. Wenn wir wirklich Christen sein wollen, muß, müßte diese Woche eine Zeit sein, in der wir in besonderer Weise teilnehmen an der Passion Jesu. Dies geschieht nicht in erster Linie in frommen Gefühlen, sondern in der schlichten, nüchternen Tapferkeit ohne Aufsehen, mit der wir uns und die Mühsal unseres Lebens annehmen und durchtragen.
(Karl Rahner)

Vergesst die Christen im Heiligen Land nicht!
Da die Kollekte heute ausfällt, bitten wir für die Christen im Heiligen Land um eine Spende per Überweisung. Die Pax-Bank hat ein SPENDENPORTAL. Dort ist die Überweisung sehr einfach möglich! Gerade in diesen Corona-Zeiten, wo für viele Christen im Hl. Land alle Einnahmequellen wegbrechen, ist diese Hilfe notwendig.

Musik zum Palmsonntag

(c) Wilfried Schumacher

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