Fastenzeit 2022 – 1.Woche

Entdeckung der Langsamkeit

Befragt nach dem Geheimnis seines Lebens, antwortete ein weiser Mensch:
Ich sitze, wenn ich sitze,
und stehe, wenn ich stehe,
und gehe, wenn ich gehe.
Darauf sagen die Frager: Das tun wir doch auch!
Der Weise bemerkt daraufhin: Nein das tut ihr nicht. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon und wenn ihr steht dann geht ihr schon und wenn ihr geht, dann sitzt ihr schon wieder.

Entdecken Sie doch für sich die Langsamkeit in diesen Wochen! Beginnen Sie damit in dieser ersten Fastenwoche. Lernen Sie, etwas langsamer zu leben, sich am Tag ein paar Pausen zu genehmigen, bedächtiger zuzuhören, weniger zu konsumieren.
Konkret könnte das zum Beispiel auch bedeuten:

• Zwischen zwei Terminen innehalten und durchatmen
• Auf meine Stimmung achten, Gefühle zulassen
• Nichts als selbstverständlich ansehen
• Eine Bemerkung nachklingen lassen, ein Erlebnis verarbeiten
Aufmerksam mit meinen Bedürfnissen umgehen
• Nicht nur essen, sondern eine Mahlzeit bewusst genießen
• Durstig den Geschmack des Wassers verkosten
• In einer Herausforderung meine Kraft entdecken
• Aus vielen Möglichkeiten eine auswählen
Bewusst entscheiden, was ich tue und was ich lasse
Meine Sehnsucht nicht zudecken
Wahrnehmen, was wirklich ist
• Und immer neu überrascht sein, wer ich bin

Lass mich langsamer gehen, Herr.
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens
durch das Stillhalten meiner Seele.
Lass meine hastigen Schritte stetiger werden
mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewigkeit.
Lass mich langsamer gehen, um die Blume zu sehen,
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln,
ein paar Zeilen aus einem Buch zu lesen.
Lass mich langsamer gehen, Herr,
und gib mir den Wunsch,
meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken,
damit ich emporwachse zu meiner wahren Bestimmung.
(Gebet aus Südafrika)

Es kann hilfreich sein, wenn Sie täglich notieren, wann und wo Sie die Langsamkeit entdeckt haben.

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