29.12.2021 Haben die Dornen Rosen getragen?

Miteinander sind wir durch den Advent bis hin zum Weihnachtsfest gegangen.
Ich hoffe, ein paar Gedanken, Bilder, Musikstücke haben Sie angesprochen und Ihnen geholfen bei der geistlichen Vorbereitung auf das Fest. Vielleicht haben dadurch auch einige Dornen Rosen getragen.
Es hat mich gefreut, miteinander unterwegs gewesen zu sein – auch wenn es nur virtuell über dieses Medium war. Selbstverständlich können Sie sich an den Kosten des Blogs beteiligen, denn ich habe kein Amt mehr, über das ich die Kosten abrechnen könnte.

Vielleicht bleiben Sie diesem Blog treu. Es wird immer wieder ein „WortzumTag“ geben – nicht jeden Tag wie in der Adventszeit. Wenn Sie den Blog abonniert haben (in der rechten Spalte ist das möglich), erhalten Sie immer eine Mail als Hinweis auf eine Veröffentlichung.

Gerne weise ich Sie auch hin auf die Seite miteinanderreisen.de – dort finden Sie die Reisen, die ich 2022 wieder begleiten werde in Deutschland, Europa und Israel, wenn die Pandemie vorüber ist..

Sie haben wahrscheinlich gemerkt, dass mir die Menschen im Heiligen Land besonders am Herzen liegen. Die Christen dort haben unsere Unterstützung verdient. Auf der Seite bonn-hilft-bethlehem sind alle Informationen zusammengetragen. Über meine Webseite www.wilfried-schumacher.de können Sie mit mir in Kontakt treten.

Mein neueste Projekte ist das Netzwerk „lukas19“ mit einem sonntäglichen Video-Konferenz-Gottesdienst. Auf der Seite www.lukas19.de erfahren Sie mehr.

Für heute verabschiede ich mich von Ihnen. Ein letztes Musikstück habe ich noch für Sie: ein Gesang aus Taizé. Er endet mit den Worten „Du weißt den Weg für mich!“ Ein Wort Dietrich Bonhoeffers, das tröstet und Mut macht. Bleiben Sie gesegnet.
Ihr Wilfried Schumacher

(c) Wilfried Schumacher

Weihnachten

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. (Joh 1,1-4.14)

(c) Ulrich Müller-Elsasser/pfarrrbriefservice.de

Traue dem Leben
Da traut sich jemand was
sprüht die Botschaft an den Pfeiler
ins Dunkel der darüber liegenden Brücke
Da schreibt jemand: Trust Life
Traue dem Leben
Grün auf hellem Grund
Ganzjährig aufgetragen bei Tag und bei Nacht
Die leere Krippe davor
mit einem Licht erleuchtet
Religiöse Romantik? Freches Arrangement?
Oder auf den Punkt gebracht?
Traue dem Leben
Weil Gott bei dir ist im Hellen und Dunklen
Ganzjährig bei Tag und bei Nacht
Markus Neuland, In: Pfarrbriefservice.de

Ich wünsche Ihnen Gesegnete Weihnachten!
Trauen Sie dem Leben!
Wilfried Schumacher

P.S.: Und wie ist es mit Ihrer Krippenfigur? Hatten Sie sich eine ausgesucht, aus deren Perspektive Sie das Weihnachtsgeschehen betrachten wollten? Wollen Sie uns teilhaben lassen an Ihren Gedanken. Schreiben Sie es unten in den Kommentar.

Mit diesem Lied haben wir unseren Weg begonnen. Mit den festlichen Klängen wollen wir ihn beenden.

(c) Wilfried Schumacher

Freitag in der 4.Adventswoche – Heiliger Abend

Ärgere Dich nicht darüber, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern freue Dich darüber, dass der Dornenstrauch Rosen trägt. (Arabisches Sprichwort)

Wir sind fast am Ziel unseres gemeinsamen Weges. Die letzten Stunden der Festvorbereitung sind angebrochen. Reicht die Zeit noch für ein paar ruhige Minuten? Vielleicht mit der Musik. O komm, o komm Emmanuel“ heißt der Text des Liedes. Er spricht von der Sehnsucht des Volkes Israel. Welche Sehnsucht trage ich in meinem Herzen? Welche Sehnsucht verbinde ich mit dem Fest? Gibt es Dornen, die in den letzten Wochen zu Rosen geworden sind?

5 Minuten dauert dieses Stück. Nehmen Sie sich die Zeit – trotz aller Vorbereitungen.

„Teile dein Weihnachten“

Adveniat ist es besonders an Weihnachten ein Anliegen, dass diejenigen nicht vergessen werden, denen es ohnehin nicht gut geht. Die Corona-Krise hat die Menschen in Lateinamerika schwer getroffen, noch mehr Eltern als vorher müssen mit ansehen wie ihre Kinder abends hungrig ins Bett gehen. Lasst uns all das, was wir uns und unseren Lieben an Weihnachten gönnen, auch ein wenig mit den armen Familien in Lateinamerika teilen und in Gedanken bei ihnen sein! Jetzt teilen.

(c) Wilfried Schumacher

Donnerstag in der 4.Adventswoche


Darin besteht die Freude des Christen: Ich weiß, dass ich ein Gedanke Gottes bin. (Oscar Romero)

mehr zu Oscar Romero HIER

In dieser Freude kann ich die letzten Vorbereitungen für das Fest angehen.

Bild congerdesign from Pixabay

Mehr noch als die äußere Vorbereitung ist es notwendig, sich im Herzen und in der Seele bereit zu machen für das Fest. Vielleicht so: In den Krippendarstellungen gibt es immer mehrere Figuren. Wählen Sie eine aus und betrachten Sie die Weihnachtsgeschichte einmal aus deren Perspektive. Lassen Sie sich Zeit dafür. Tun Sie es immer mal wieder in den nächsten Tagen. Es könnte sein, dass der alte Text neu zu Ihnen spricht.

(c) Wilfried Schumacher

Mittwoch in der 4.Adventswoche


Der Lärm, der uns hindert, die Stimme Gottes zu hören, ist nicht, wirklich nicht, das Geschrei der Menschen oder das Fiebern der Städte und noch weniger das Sausen der Winde oder das Plätschern der Wasser. Der Lärm, der die göttliche Stimme erstickt, ist der innere Aufruhr gekränkter Eigenliebe, erwachenden Argwohns, unermüdlichen Ehrgeizes.“(Dom Helder Camara)

mehr zu Dom Helder Camara HIER

Was ist heute noch zu tun, damit Weihnachten ein richtiges Fest wird? Finde ich dabei neben aller Beschäftigung auch die Zeit und Ruhe für eine innere Einstimmung? Welcher „Lärm“ hindert mich?

O come, o come Emmanuel – Chor der Kathedrale in Ely

(c) Wilfried Schumacher

Dienstag in der 4.Adventswoche

Transzendenz bedeutet nicht: zum Himmel schauen, an das ewige Leben denken und über die Probleme der Erde hinweggehen. Vielmehr handelt es sich um eine Transzendenz, die dem menschlichen Herzen gilt. Sie bedeutet, sich auf das Kind, auf den Armen, auf den in Lumpen Gekleideten, auf den Kranken einzulassen, in die Elendshütten und Häuser zu gehen und mit ihnen allen zu teilen. Transzendenz bedeutet, aus der Mitte des Elends selbst diese Lage zu überschreiten, den Menschen zu erheben, ihn voranzubringen und ihm zu sagen: Du bist kein Abfall. Du gehörst nicht an den Rand. Das Gegenteil ist der Fall: Du hast eine große, große Bedeutung. (Oscar Romero)

80 Prozent der Menschen in Lateinamerika und der Karibik leben bereits heute in Städten. Doch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft wird häufig enttäuscht. Das Leben der Indigenen, Kleinbauern und Klimaflüchtlinge am Stadtrand ist geprägt von Armut, Gewalt und fehlender Gesundheitsversorgung. Und wer arm ist, kann für seine Kinder keine gute Ausbildung bezahlen. Deshalb rückt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seiner Weihnachtsaktion „ÜberLeben in der Stadt“ die Sorgen und Nöte der armen Stadtbevölkerung in den Blickpunkt. – Die Wertschätzung des Menschen ist aber nicht nur eine Notwendigkeit in Lateinamerika, sondern auch in unseren Städten und Dörfern.

Heute begleitet uns mit diesem aufrührenden Wort Erzbischof Oscar Arnulfo Romero. Er kämpfte für die Armen und Unterdrückten in El Salvador – für ein gerechteres politisches System. Der Militärdiktatur war er damit ein Dorn im Auge, 1980 wurde er von einem Auftragskiller getötet. Am 23. Mai 2015 ist der Geistliche in seiner Heimat selig gesprochen worden. Am 14. Oktober 2018 hat Papst Franziskus ihn Heilig gesprochen.mehr über ihn HIER

(c) Wilfried Schumacher

Montag in der 4.Adventswoche


Die Menschen belasten dich? Trag sie nicht auf den Schultern. Schließ sie in dein Herz. (Dom Helder Camara)

Die letzten Tage vor Weihnachten sind angebrochen. Traditionell lenkt die Kirche an Weihnachten den Blick auf Lateinamerika. Für die Armen in den Städten Lateinamerikas ist durch die Corona-Pandemie und deren Folgen das Leben härter und schwieriger geworden. Das Überleben ist oft ein täglicher Kampf. Die Kirche lebt an ihrer Seite und hilft: mit Lebensmitteln, mit Sauerstoff, aber auch mit Bildungsangeboten und dem Einsatz für faire Arbeit und Lebensbedingungen. Der Glaube an Gott, der in der Stadt lebt und sich im Nächsten finden lässt, tröstet und stärkt viele Menschen. Deshalb begleiten uns in den letzten Tagen vor dem Fest zwei Heilige aus Lateinamerika.

Heute Dom Helder Camara. Er lebte an der Seite der Armen und Ausgestoßenen. Mit Optimismus und Liebe setzte er sich für sie und ihre Rechte ein, für Gerechtigkeit und Frieden – besonders während der Militärdiktatur in Brasilien. Er wurde als „kommunistischer Bischof“ bezeichnet und deswegen bedroht, ließ sich das Wort aber nicht verbieten. Wegen seines Muts, seinerescheidenheit und seiner Brüderlichkeit hat er bis heute einen tiefen Eindruck hinterlassen. mehr zu ihm HIER

Material auf dieser Seite heute und in den nächsten Tagen von www.adveniat.de

(c) Wilfried Schumacher

4.Advent

Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Das Lied entstand im späteren Mittelalter an den Ufern des Rheins. Der Text geht vermutlich auf den bekannten Dominikaner und Mystiker Johannes Tauler (um 1300 in Straßburg; †16. Juni 1361) zurück. Im Zentrum des Liedes steht das Schiff. Die kostbare Last an Bord ist nicht nur etwas, was Menschen erfreut, es ist das Wort des Vaters, Gottes Sohn.
An die Ankunft eines Schiffes sind oft Sehnsüchte geknüpft. An Bord ist lang erwartete Fracht. Sättigendes Getreide, kostbare Gewürze, edle Hölzer. Briefe mit Nachrichten von fernen Angehörigen. Die Besatzung, die zurückkehrt. Das Schiff verbindet, was getrennt ist – und wenn es nur die Ufer eines großen Stromes oder die Häfen der Meere sind.
Es kommt ein Schiff geladen – sein Ziel sind wir! Was erwarten Sie von diesem Schiff an diesem Weihnachtsfest?

(c) Wilfried Schumacher