Fest der Taufe Jesu: Von Gott geliebt!

Tageslesungen
Jes 42, 5a.1-4.6-7 | Apg 10, 34-38 | Mt 3, 13-17

Zu dieser Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. (Mt 3,13)

Weihnachten ist vorbei. Die Könige sind heimgezogen, Herodes ist gestorben, die Hirten kennen die Ereignisse nur mehr von den Erzählungen der Alten, Maria und Josef haben sich mittlerweile in Nazareth niedergelassen und führen dort ein rechtschaffenes Leben. Heute begegnet uns der erwachsene Jesus in der Liturgie.

Auch wir haben uns wieder dem Alltag zugewandt: Arbeit, Arztbesuche, Geschäftliches, ein neues Kalenderjahr hat begonnen. – Die Karnevalisten haben schon ihr Prinzenpaar oder Dreigestirn proklamiert. Was bleibt von Weihnachten? Was nehmen wir mit?

Das heutige Fest der Taufe des Herrn ist wie eine Zusammenfassung der letzten Wochen, ein großer Schlussakkord und zugleich wie eine Ouvertüre:

(c) Wilfried Schumacher

Die Weihnachtszeit ist vorbei. Gerne begleite ich Sie auch weiterhin mit dem WortzumTag. In der Fastenzeit wieder täglich. Mit einer Gabe von 5 € helfen Sie bei der Finanzierung der Webseite! Auf der Unterstützer-Seite finden Sie Näheres und eine PayPal-Button für Ihre Überweisung.Danke

Berührt im Traum

Tageslesungen am 6.Januar Fest der Erscheinung des Herrn
Jes 60, 1-6 | Eph 3, 2-3a. 5-6 | Mt 2, 1 – 12

Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigtem ihm. (Mt 2,11a)

Das Kapitell von Meister Gislebertus aus der Kathedrale von Autun gehört zu den bekanntesten Darstellungen in der christlichen Kunst. Ein Engel berührt den schlafenden König im Traum und bringt ihm eine wichtige Botschaft, wie der Evangelist Matthäus schreibt: Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.(Mt 2,12)

Die Bibel kennt viele Traumgeschichten. Hiob sagt: Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, da öffnet er der Menschen Ohr. (Hiob 33,15.16) Wir wissen von Traumdeutern, die die Bilder der Nacht zum Sprechen bringen: Daniel (Daniel 2) etwa oder Josef von Ägypten (Gen 41).

In den Weihnachtgeschichten finden wir gleich drei Träume: zwei Mal erhält Josef eine Weisung Gottes und dann die Weisen aus dem Morgenland, die in der Tradition schnell zu Königen geworden sind. Drei Träume, die entscheidend sind für die Heilgeschichte.

Wovon träumen wir? Manche Träume sind so schön, dass man am liebsten nicht mehr erwachen möchte. Andere Träume sind Albträume, die uns schweißgebadet erwachen lassen. Haben Sie auch schon mal von Gott geträumt?

Auf dem Kapitell von Autun berührt der Engel fast schon zärtlich den König und bringt ihm die Botschaft, die ihn schnell hellwach werden lässt. Eine Botschaft Gottes, denn die andere Hand zeigt zum Stern am Himmel, der die Männer bisher geführt hat.

Haben Sie schon einmal von Gott geträumt – vielleicht nicht so direkt, aber so, dass Ihnen klar war, was zu tun war? Es braucht wohl die Ruhe der Nacht, um sich von Gott im Traum in den Abläufen des Alltags stören zu lassen.

Im Traum berührt uns Gott mit großer Zärtlichkeit und wir haben die Wahl zu handeln – wie Josef und die Weisen aus dem Morgenland.

(c) Wilfried Schumacher

„Lust auf Leben“ – zum Jahreswechsel 2019/2020

Wer zurückdenkt am Jahreswechsel, dem drängen sich oft die negative Dinge auf: Misserfolge, Verwundungen, Katastrophen schreiben sich oft tiefer in die Seele, als die guten Erinnerungen, die wir mühsam hervorkramen müssen.

So ist das Jahresende in den Medien, aber auch in unseren ganz persönlichen Gedanken, oft geprägt von den schlechten Schlagzeilen. Es gilt in diesen letzten Stunden zu fragen, wie gehe ich ins Neue Jahr, was ist im Gepäck meines Lebens in den vergangenen 12 Monaten hinzugekommen, welche Last, aber auch vor allem welcher Proviant, von dem ich leben kann?

Die Antwort kann uns niemand abnehmen, jeder muss sie sich selbst geben. Manche drücken sich davor, lassen sie untergehen im Krachen der Böllern, ertränken sie in Sektkelchen oder lassen sie am Himmel wie Feuerwerk zerplatzen.

Heute morgen kam mir ein Liedtext der kölschen Band „Die Höhner“, in den Sinn – er ist schon über 20 Jahre alt. Die Gruppe, die viele aus dem Karneval kennen, schreiben auch Balladen schreibt, die aufhorchen lassen. So auch dieser Text:
Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust,
Lust auf Bratkartoffeln und nen fetten Kuss,
Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Doll,
Lust mein Maul nicht zu halten, wenn ich soll,
Lust auf dicke rote Grütze und auf jede kleine Pfütze.
Lust auf Leben, Lust auf Liebe, Lust auf Lust.

Das Video und den ganzen Text finden Sie am Ende dieses Blogs

Der Liedtext verbindet viele Schicksale: denn Lust auf Leben – das ist eine geheimnisvolle Kraft, die Menschen am Leben erhält:

  • Der Kranke, der Lust am Leben hat, geht sein Leid ganz anders an, als der, der sich aufgegeben hat.
  • Wer sich eingezwängt, gefesselt fühlt, spürt eine unbändige Lust am Leben, die so stark ist, dass er in die Lage ist, die Fesseln zu sprengen bzw. alles daran zu setzen, dass sie gelöst werden.
  • Wer eine Katastrophe erlebt, wie sie in diesem Jahr zu der einen oder anderen Biografie gehört haben, kann nur durch die Lust am Leben Energie freisetzen, die ihn nicht in den Fluten der eigenen Tränen untergehen lassen.

Und das Gegenteil ist uns auch klar: ohne Lust am Leben stirbt der Menschen bei lebendigem Leibe. Es gibt Situationen, in denen es lange dauert, bis die Lust am Leben wieder geweckt wird. Das wissen alle diejenigen, die eine solche Erfahrung durchgemacht haben. In der Ballade beschreiben es die Höhner in einer Strophe: „Frisst nur alles in sich rein, und ist auf einmal ganz allein. Einsamkeit ist Marterpfahl, man lebt doch nur das eine Mal“

Die Lust auf Leben kann man nicht machen, nicht herbeirufen, sie wächst in uns heran – nicht zuletzt als Echo auf die Liebe der anderen, die Anerkennung und Wertschätzung, die wir erfahren. Wer erlebt, dass er nicht allein lebt, in dem kann die Lust auf Leben eher Wurzel schlagen.

Im Alten Testament stellt Gott den Menschen vor die Alternative: „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. (Dtn 30,19) „Wähle das Leben!“ Ist es vermessen, zu übersetzen: Hab’ Lust am Leben! Jesus sagt seinen Zuhörern: „ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Joh 10,10) Auch hier wage ich, frei zu formulieren: Ich will dass sie Lust auf Leben haben?

Ich bin gewiss, dass ich es darf, denn ich kenne besonders im Alten Testament viele Psalmentexte, in denen Menschen vom Gegenteil berichten, in denen sie klagen und bei Gott das Leben einklagen.Wenn es um Lust am Leben geht, dann ist Gott die richtige Adresse. Er hatte eine solche Lust auf menschliches Leben, dass er selbst Mensch wurde.

So lade ich Sie ein, zurückzuschauen auf die Stunden des vergangene Jahres, besonders auf jene, in denen Sie Lust auf Leben hatten.Ich hoffe, es sind so viele, dass die Lust auf Leben auch den Schritt ins Neue Jahr bestimmt.

In der Ballade der Höhner heißt es einer Strophe: Wenn du niemals an wat Neuem leckst, wirst du niemals wissen, wie dat schmeckt“.

Das wünsche ich Ihnen für das Neue Jahr – das es vieles Neues gibt, das gut schmeckt und in Ihnen immer neu die Lust am Leben weckt.

Foto im Text: Radka Schöne  / pixelio.de

Apropos „neues Jahr“ – wenn Sie Lust haben, mich auf einer Reise zu begleiten, dann schauen Sie doch mal auf meine Seite: miteinanderreisen.blog

Und zum Schluß „endlich“ das Video der Höhner aus dem Jahre 1996. Den gesamten Text finden Sie im Kommentar.

27.12.2020 Rückblick auf einen gemeinsamen Weg

Miteinander sind wir durch den Advent gegangen.
Ich hoffe, ein paar Gedanken, Bilder, Musikstücke haben Sie angesprochen und Ihnen geholfen bei der geistlichen Vorbereitung auf das Fest.
Es hat mich gefreut, miteinander unterwegs gewesen zu sein – auch wenn es nur virtuell über dieses Medium war.

Vielleicht bleiben Sie diesem Blog treu. Es wird immer wieder ein „WortzumTag“ geben – nicht jeden Tag wie in der Adventszeit.
Gerne weise ich Sie auch hin auf die Seite miteinanderreisen.blog – dort finden Sie die Reisen, die ich übers Jahr begleite in Deutschland, Europa und nach Israel.

Sie haben wahrscheinlich gemerkt, dass mir die Menschen im Heiligen Land besonders am Herzen liegen. Die Christen dort haben unsere Unterstützung verdient. Auf der Seite bonn-hilft-bethlehem sind alle Informationen zusammengetragen. Über meine Webseite www.wilfried-schumacher.de können Sie mit mir in Kontakt treten.

Für heute verabschiede ich mich von Ihnen. Ein letztes Musikstück habe ich noch für Sie: den Schlußchoral des Weihnachtsoratoriums von J.S.Bach. Er endet mit den Worten „Bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht.“ Ein Wort das tröstet und Mut macht. Bleiben Sie gesegnet.
Ihr Wilfried Schumacher

(c) Wilfried Schumacher

Weihnachten

Tageslesungen
in der Nacht: Jes 9,1-6 | Tit 2,11-14. | Lk 2,1-14,
am Morgen: Jes 62,11–12 | Tit 3,4–7 | Lk 2,15–20
am Tag: Jes 52,7–10 | Hebr 1,1–6 | Joh 1,1–18

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Joh 1,9

Video von 2016
Krippe aus Carrara-Marmor – Monika Michelotti 2010 – Krippenmuseum Bethlehem

(c) Wilfried Schumacher

Dienstag in der 4.Adventswoche – Heiliger Abend

Tageslesungen
2 Sam 7,1-5.8b-12.14a.16.| Lk 1,67-79.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe, um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes, und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens. (Lk 1,78-79)

(c) Klicker / pixelio.de

Weil Gottes Sohn Mensch wurde, kommt er in jedem Menschengesicht vor. (Kyrilla Spieker)

Nur eine gute Minute – Musik zur Einstimmung in den Tag

(c) Wilfried Schumacher

4.Advent

Tageslesungen
Jes 7,10-14 | Röm 1,1-7. | Mt 1,18-24
Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben. (Jes 7,14 )

In Jesus wurde Gott der Emmanuel, der »Gott-mit-uns«, der Gott, der an unserer Seite geht, der sich in unsere Angelegenheiten „verwickelt“ hat, in unsere Häuser gekommen ist und unter unseren „Kochtöpfen“ zu finden ist, wie die heilige Teresa von Jesus gern sagte.
Papst Franziskus

Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen. heißen Emmanuel: “Gott mit uns”.
O du, die du Zion frohe Botschaft verkündigst, steige auf zu dem hohen Berge; o du, die du Jerusalem frohe Botschaft bringst, erhebe deine Stimme mit Macht, erhebe sie und fürchte dich nicht; verkündige den Städten Judas: Seht euern Gott.
Mache dich auf, strahle, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir erschienen.
Händel Messiah Nr.8

(c) Wilfried Schumacher

Samstag in der 3.Adventswoche

Tageslesungen
Hld 2,8-14 | Lk 1,39-45
Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ. Lk 1,45

Besuch Marias bei Elisabeth – Martin Schongauer (1480) – Musee Unterlinden Colmar

Letzter Einkaufssamstag. Nicht auf die Größe und den Wert der Geschenke kommt es an, sondern ob Liebe drin ist. (Lies auch)

(c) Wilfried Schumacher

Genießen Sie die Musik – gute 3 Minuten

Freitag in der 3.Adventswoche

Tageslesungen
Jes 7,10-14. | Lk 1,26-38.
Der Engel trat bei ihr ein. (Lk 1, 28a)

Wenn man von oben auf das heutige Nazareth herabschaut, ist der Turm der Verkündigungsbasilika auf den ersten Blick kaum auszumachen. Was an dieser Stelle lokalisiert wird, ist zwar einzigartig in der Menschheits-geschichte, und doch fügt es sich ein in das Alltägliche heute. Das provoziert.
Zuerst einmal ist die Botschaft der Bibel eindeutig: es geschah nicht irgendwo in einem Märchenland, sondern der Engel wird von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer jungen Frau namens Maria gesandt. (Lukasevangelium 1.Kapitel Vers 26)
Ganz lapidar schreibt der Evangelist: „Der Engel trat bei ihr ein“. Folgt man den Darstellungen der Kunst, so trifft er auf eine Frau, die eben noch in einem (heiligen) Buch gelesen hat und ganz bereit und offen ist, den Gruß des Engels und seine Botschaft anzuhören.
Was aber, wenn Maria beschäftigt war? Vielleicht mit irgendeiner Hausarbeit? Mit Kochen, mit Putzen? Ganz so abwegig ist der Gedanke nicht, denn auch Jesus hat seine Jünger nicht beim Bibelstudium oder in der Synagoge berufen, sondern vom Fischerboot und von der Zollstation weg.
Mir gefällt der Gedanke, dass Maria sich erst einmal bereit machen musste, sich lösen musste von ihrer Tätigkeit, um sich der schwierigen Botschaft zu öffnen. Es fiel ihr vielleicht leicht, weil sie nicht von jenem Hochmut besessen war, dass Gott in dieser Welt nicht vorkommt.
Sie sagt „JA“ zum Ansinnen Gottes, dass sein Sohn in ihr Mensch werden soll. So kann an diesem Ort der Himmel die Erde berühren.
Bleibt die Frage: wen findet der Engel vor, wenn er bei mir eintritt? Und wie findet er mich vor?
Wann? – das wird mir in Nazareth immer wieder bewusst: in den Alltäglichkeiten meines Lebens.
Wird er von mir auch ein JA bekommen?

(c) Wilfried Schumacher