2.Juni

90 Mal hat Sie seit Aschermittwoch ein „WortzumTag“ begleitet. Jetzt machen wir eine Pause bis zum Advent. Aber vorher habe ich noch eine Bitte: mir liegen die Borromäerinnen in Jerusalem sehr am Herzen. Sie haben einen Kindergarten, den Sie führen können, weil ihr Gästehaus ihnen Einkünfte sichert. Seit Anfang März aber ist das Gästehaus wegen Covid19 geschlossen. Wie viele auf dieser Erde haben sie finanzielle Nöte. Einige von Ihnen haben nach Ostern auf meine Bitte reagiert und geholfen. Deshalb erneuere ich noch einmal meine Bitte um Ihre Hilfe.

Ihre Spende geht an den Förderverein St.Charles in Deutschland, der Ihnen auch eine Spendenbescheinigung ausstellt:
IBAN: DE04 7509 0300 0002 2150 47 BIC/SWIFT: GENODEF1M05
Bitte versehen mit dem Hinweis: „Bonn hilft Jerusalem“
Wenn Sie mehr wissen wollen über die Schwestern und ihren Kindergarten – HIER finden Sie mehr!
Ich danke Ihnen herzlich für die Unterstützung.

Rainer Sturm/pixelio.de – Wir machen Pause!

Und zum Abschluß noch ein Wort zum Tag:

„Das Leben wird ein Fest,
wenn du dich freuen kannst an den einfachen Dingen.“

Phil Bosmans

(c) Wilfried Schumacher

31.Mai – Pfingsten

Herabkunft des Hl. Geistes – Altar Fontenay – 13.Jahrhundert

In der französischen Revolution hat man die Gesichter der Apostel und der Gottesmutter zerstört. Sie benötigen neue Gesichter – wie wäre es mit unseren?
Pfingsten – die Herabkunft des Heiligen Geistes – Lukas wartet in der Apostelgeschichte 50 Tage, bis er davon erzählt. Für den Evangelisten Johannes ist Pfingsten ein Geschehen am Ostertag, als Christus durch verschlossene Türen eintritt. Die Jünger halten den Atem an angesichts dieses unverhofften Wiedersehens. Der Auferstandene muss seine Kirche beleben. Empfangt über meinen Hauch den Heiligen Geist! Sein Atemhauch, der spiritus sanctus aus seinem Mund. In einer Übertragung des Textes von Walter Jens sagt der Auferstandene den Jüngern: „Gekommen ist eure Stunde“. Damals belebt er die Kirche. Und heute?

Bischof Franz Kamphaus, der frühere Bischof von Limburg hat einmal geschrieben: „Was uns fehlt, ist die Ausstrahlung. Die Gottesmüdigkeit, die mangelnde Glaubenslust ist unsere eigentliche Schwäche. Wir leugnen Gott nicht, aber wir rechnen auch nicht ernsthaft mit ihm. Unser Gott ist weder zum Fürchten noch zum Verlieben.“ Da hält man die Luft an, wenn man das liest.

Hat er Recht? Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich einzelne oder auch Gruppen in der Kirche auch heute wieder zurückziehen in den Mief des Saales von Jerusalem. Während draußen das Leben abläuft, in ihren Augen das böse Leben, lassen sie die Rolladen runter und schmoren im eigenen Saft ihrer frommen Traktätchen und Gebetszettel, oder ihrer Selbstgenügsamkeit.

Wir gehen nicht heraus – wir, und damit meine ich nicht nur die Berufskatholiken, sondern uns alle. Pfingsten heißt aber – wir müssen raus ins Freie, ins Säkulare – in die „Welt“: in die Welt der Andersgläubigen, in die Welt der Gleichgültigen, Verweltlichten; in die Welt der Hedonisten, Atheisten oder der sogenannten Heiden und Götzendiener. Damals wie heute sind wir nur eine kleine Gemeinschaft angesichts einer großen Welt, die anders denkt, glaubt und fühlt.

Die Welt braucht uns, unsere Gesichter, unsere Herzen, unsere Hände – damit die Früchte des Geistes den Menschen zu Gute kommen: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit.“ (Gal 5,22-23a)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gesegnete Pfingsten!

(c) Wilfried Schumacher